LGH – Die Reportage (Teil 1)

Das LGH

in offizieller Form „Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd mit Internat und Kompetenzzentrum“ ist seit 2007 meine Schule. Was das LGH aber wirklich ist und ob wir wirklich Elite sind, das erfahrt ihr in dieser zweiteiligen Reportage. Den ersten Schritt macht dieser Beitrag mit dem Thema die Schule.

Auch wenn die jungen Leser jetzt warscheinlich wieder wegklicken und dies mit dem Argument „Och nee, Schule“ tun, kann ich das verstehen, schließlich bin ich auch Schüler wie jeder andere und nicht Hochbegabter, wie wir manchmal angesehen werden. Die Schule macht für uns keineswegs mehr Spaß als für euch. Aber ich empfehle trotzdem, diese Reportage zu lesen, denn wir haben es auch nicht leicht, nur weil wir einen erhöhten IQ haben.

Es hat sehr lange gedauert, bis dieser erste Teil der Reportage fertig wurde. Das lag unter anderem daran, dass ich wegen dem Vulkanausbruch in Island auf der Seite der Regio Baden viel zu tun hatte. Außerdem war ich wegen Klassenarbeiten sehr mit Lernen beschäftigt und der Internetzugriff war auch nicht sehr einfach.

Apropos Lernen. Man versteht unter Strebern ja gewöhnlich Menschen, die nichts anderes im Kopf haben, als zu lernen. Allein das reicht nicht einmal, man muss auch noch fabelhafte Noten schreiben, um diesen Titel zu erhalten. Streber hat aber etwas wertendes in sich. Aber die Annahme, dass auf dem LGH nur Streber sind, ist vollkommen falsch. Wir sind ganz normale Schüler, die einen erhöhten IQ haben. Natürlich haben wir gute und schlechte Schüler an der Schule, aber den Begriff Streber meiden wir eigentlich. Außerdem führen wir auch unser Leben und lesen nicht immer in Büchern.

Denn das Internat ist das große Plus dieser Schule, das schweißt zusammen und man kann viel Spaß haben, aber dazu in Teil 2 der Reportage.

Dieser Teil befasst sich mit unserem Schulsystem und unser Schulleben. Denn auch hier gibt es viele Unterschiede zu konventionellen Schulen. Ich fange mit dem wesentlichen an. Obwohl wir ein Internat sind, gibt es auch einige externe Schüler, die genauso in die Schule gehen wie die Internen. Aber das Internatsleben bleibt ihnen größtenteils verwehrt, sodass auch viele Schüler intern sind, die nur in ein paar Kilometern Entfernung wohnen.

Etwas, das sofort auffällt ist, dass wir eine sehr kleine Schule sind. Mit nur 200 Schülern ist die Schule sehr jung. 6 Jahre alt, um genau zu sein. Und sie befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Jedoch mit 240 Internatsschülern hat das Internat schon seine vollständige Größe erreicht. Wir haben nur ab der 10. Klasse die a und die b, der Rest ist einzügig. Außerdem beginnt die Schule erst ab der siebten Klasse, sodass der Klassenunterschied nicht zu groß ist. Im Prinzip kennt hier jeder fast jeden.

Wir haben Doppelstunden, was unseren Schulranzen doch wesentlich leichter macht. Aber so kann die Unterrichtszeit auch effektiv genutzt werden. Dieses System wird auch an anderen Schulen angewandt und ersetzt den 6-Schulstunden-Tag. Stattdessen haben wir nur 3 Stunden à 90 Minuten.

In der Schule gibt es eine weitere Besonderheit. Wir erproben das Schienensystem. Das bedeutet, dass es bei uns in den Fächern Mathe, Englisch, Französisch, Latein und Spanisch Kurse gibt, keine Klassen. Je nach Leistung wird man in diese Kurse eingestuft und kann nach der Ansicht eines Lehrers auch springen. Natürlich werden die meisten Schüler einer Klasse noch in einem Kurs sein, doch es gibt viele Schüler, die ihren Klassen voraus sind und eine Klasse höher springen. Das beseitigt das Problem von den Strebern, sich unterfordert zu fühlen.

Eine Besonderheit dürfte besonders naturwissenschaftlich interessierte Schüle freuen, denn wir haben ein eigenes Schülerforschungszentrum. Dort sind die Fakultäten Chemie, Biochemie, Informatik, Mathematik, Formel 1 in der Schule und TSA ansässig. Es werden auch Einführungskurse für Grundschüler in die einzelnen Themen von unseren Schülern angeboten, die gut in Gmünd ankommen.

Wir haben außerdem eine Bibliothek mit viel schulischem Material, aber auch einigen Jugendbüchern, die man sich auch ausleihen kann, um sie im Internat zu lesen. Vieles davon haben wir von der University of Maryland übernommen, die früher auf unserem Campus, dem Universitätspark, ansässig war. Aber die Bibliothek wird auch gerne als Aufenthaltsraum, für Nachhilfestunden, zum Hausaufgabenmachen oder auch einfach zum Überbrücken einer Freizeit genutzt, denn es gibt viele Zeitungen und Zeitschriften. Ja, auch LGHler beziehen oder geben Nachhilfestunden.

Viele Gelder des Kulturbeitrages fließen in unsere schulische und technische Ausstattung, aber auch zu vielen schulinternen Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Bällen und unseren Schulabend. Wir organisieren jedes Jahr drei große Feste, den Weihnachtsball, der verpflichtend für alle Schüler ist, den Frühlingsball, bei dem auch die Eltern herzlich eingeladen sind und unser Sommerfest, bei dem jede WG etwas organisiert von Disko bis zum traditionellen Lagerfeuerschlafen. Bei diesen drei Festen sind wir auch sehr auf die Hilfe von unserer Küche angewiesen. Der Schulabend, der jeden Turnus in unserer Aula stattfindet, wird immer von einer WG organisiert und die anderen geben Beiträge ab. Den Abschluss macht die Turnusschau, die alle wichtigen Ereignisse im letzten Turnus zusammenfasst.

Zum Weiterlesen: Teil 2 (Internat), die komplette Unser-Monat-Kolumne

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s