LGH – Die Reportage (Teil 2)

Dies ist der letzte Teil der LGH-Reportage über das Thema Internat .

Ich bin mir sicher, es wird spannend, denn nicht jeder hat im Internat gelebt. Es ist ganz schön und die WG-Gemeinschaft ist super. Aber auch das LGH macht unser Internat zu etwas besonderem.

Oben auf der dreiteiligen Collage sieht man unser Schulhaus, das schon im ersten Teil vorgestellt wurde. Links unten sieht man eine Wiese, auf der man Slacklinen, Chillen oder auch Ballspiele spielen kann. Rechts unten sieht man das Haus 12, das älteste der drei Internatshäusern. Zur Zeit wohnt darin die Oberstufe. Die anderen stelle ich jetzt vor.

Nebendran steht mittlerweile das Haus 11, das Mädchenhaus. Es ist auf die gleiche Bauweise entstanden, sieht genauso aus, ist aber kleiner und beherbergt zu einer Seite das Schülerforschungszentrum, in der Mitte die WGen(Wohngemeinschaften) und zur anderen Seite einige Lehrerwohnungen.

Ja, das ist auch schön, dass die Lehrer fast alle auf dem Campus wohnen und sie ans interne Telefonnetz angeschlossen sind. Man muss sie nur anrufen oder klingeln, wenn man wichtige Fragen hat, aber zurück zu den Internatsgebäuden.

Gegenüber von Haus 12 steht das hölzerne Haus 25. Es sieht ein bisschen aus, wie unsere Mensa (Haus 26, siehe Teil 1). Dort wohnen die Jungs. Es ist das neueste, besitzt aber leider auch die kleinsten Zimmer. Dafür gibt es endlich drei Duschen, in Haus 12 waren es nur zwei. Unter Haus 25 kann man schön grillen und Tischtennis spielen. Zwischen den Internatshäusern wird zwar häufig nur durchgegangen, aber gelegentlich sieht man auch Schüler auf den Steinkreisen sitzen, warten, sich unterhalten oder auch spielen.

Den Lehrern wurde auch ein extra Lehrerhaus gewidmet, das Haus 16. Unser täglicher Schulweg führt daran vorbei. Es ist auf sehr komische Bauart entstanden, die meisten fragen sich, was sich der Architekt dabei gedacht hat, das Haus in 5 Häuser zu unterteilen.

Trotzdem platzt dieses Haus schon aus allen Nähten, sodass es noch zusätzlich in Haus 12 4 Wohnungen, in Haus 11 6 und in Haus 25 3 für Lehrer und Gäste zur Verfügung stehen. Weil auch dies nicht ausreicht, wurde ein neues Lehrerhaus gebaut, auch wieder mit komischer Architektur. Dies diente hauptsächlich dazu, die Internatshäuser freizumachen, um Platz für weitere Internatsschüler zu schaffen. Aber mit 240 Internen ist das Internat dann endgültig voll.

Aber nun zu unserem Internatsleben:

Wir leben im Turnusrhytmus. Das heißt, dass wir nur alle zwei Wochen nach Hause fahren. Dies tun wir aber in der B-Woche schon ab Donnerstag nach dem Schulabend. Da für den B-Freitag kein Unterricht stattfindet, müssen wir uns am A-Samstag in die Schule quälen. Aber der Internatssonntag gehört dann uns. Aprospos, wir haben heute einen A-Samstag, aber trotzdem schreibe ich am Vormittag diesen Artikel. Wieso? Nein, ich bin nicht extra für WordPress fregestellt worden, sondern heute ist Internatstag. Wir nehmen nämlich auch auf Feiertage Rücksicht. Am 1.Mai ist schulfreier Tag.

Unser Schulunterricht (das Fundamentum) wurde um 5 Doppelstunden im Turnus gekürzt, damit wir 5 Addita besuchen können. Sie dienen leitbildgerecht der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit, denn man kann sie frei wählen. Bedingung ist, dass es mindestens 4 sein müssen, und zwar 2 im musisch-künstlerischen und 2 im sportlichen Bereich. Dazu zählt zum Beispiel auch das Schülerforschungszentrum.

Unsere WGen fassen 10 oder 12 Schüler, die von einem WG-Mentor (WGM) oder einem Co-Mentor (CoM) jeden Abend betreut werden. Wir besitzen Doppelzimmer, siehe Bild. Diese dürfen wir dann auch selbst gestalten. Ein 6-Waschbecken-Bad, drei Duschen, zwei Toiletten, eine Abstellkammer, eine relativ gut ausgestattete Küche, ein Tisch, zwei Sessel, ein Sofa, ein Fernseher mit Receiver. Das ist alles, was es in meiner WG gibt. In Haus 11/12 gibt es ja noch Balkone, aber die fielen leider weg. Jetzt folgen ein paar Bilder aus der WG.

Bei einem normalen Turnus reisen wir am Sonntag Abend an und packen aus. Bis zum A-Freitag ist alles ganz normal. Am Freitag Abend ist nämlich unser WG-Abend. Am WG-Abend erhält die WG vom Kulturbeitrag ein Budget von 2,50€/Person. Es ist eigentlich relativ beliebig, was man macht. Man kann essen gehen, bowlen, grillen oder auch Karten spielen. Manchmal nutzt der WGM die Zeit auch für WG-Sitzungen und Dienstbesprechungen.

Aprospos Dienste. In der WG gibt es unterschiedliche Dienste, Mülldienste, Küchendienste, Gemeinschaftsdienst oder auch der Dienst als WG-Präsident bzw. WG-Manager. Theoretisch besitzen die letzten zwei die höhere Autorität als die normalen WGler. Aber ob das praktisch auch so ist, das lässt sich nicht allgemein sagen. Der WG-Präsident muss verpflichtet zum Schülerrat, genauso wie der Klassensprecher. Dort werden schulische und interne Sachen besprochen und abgestimmt. Wir Schüler können also auch über die Schule bestimmen und viele Vorschläge/Kritiken werden auch durchgesetzt.

Sonst zum Internat gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Zu erwähnen bleibt noch, dass es bestimmt Bettzeiten und Schlafenszeiten gibt. Unter der Ausgangszeit versteht man den Ausgang in die Stadt Schwäbisch Gmünd, unter WG-Zeit die Zeit, zu der man in der WG sein muss. Zur Bettzeit sollte man bettfertig im Zimmer sein. Nach der Schlafenszeit ist Licht anmachen strengstens verboten. Das heißt aber nicht, dass diese Regeln auch befolgt werden. Deswegen gibt es auch einen Nachtdienst, der manchmal ziemlich nutzlos ist. Seine Aufgabe ist es, zu beobachten, ob nicht irgendwelche Schüler Nachtaktionen durchführen oder einmach mal um 3 Uhr nachts aufwachen, um für die nächste Klassenarbeit zu lernen.

Zum Weiterlesen: Teil 1 (Schule), die komplette Unser-Monat-Kolumne

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