Der IC-Ersatz der DB?

Die Deutsche Bahn AG sucht schon seit längerer Zeit nach einem Nachfolger ihrer zum Teil 30-Jahre-alten InterCity-Flotte. Das unter dem Projektnamen ICx bezeichnete Projekt, kommt ins Stocken. Doch vor kurzem hat die deutsche Bahn angekündigt, mittelfristig (ab ca. 2013) Doppelstockwagen im IC-Verkehr einzusetzen.

Der ICx dagegen soll erst langfristig ab ca. 2017 eingesetzt werden. Viele bezeichnen den Einsatz der Doppelstockwagen als eine Notlösung für die starken Sommer-/Herbst- und Winterprobleme der ICE. Oder sollen diese Wagen etwa das ICx-Projekt weiter verzögern oder gar ganz abbrechen?

Die neuen Doppelstockwagen sollen im Prinzip weiß lackiert werden, ICE-Sitze erhalten und einige wenige zusätzliche Gepäckstauräume erhalten.

In jedem Wagen wird es sechs große Ablagen und zusätzlich Stauraum auf der Zwischenebene für Gepäck geben. Im Mehrzweckbereich des Steuerwagens ist unter anderem Platz für Kinderwagen und Sportgeräte. Im Steuerwagen ist auch ein extra Familienbereich mit acht Sitzplätzen an zwei Tischen sowie zusätzlichem Platz für Gepäck und zum Spielen vorgesehen.

Außerdem fällt das bisher sowieso auf manchen IC-Linien sehr sehr selten gesehene BordBistro weg und wird auf mobilen Service umgestellt.

Als ich das letzte Mal mit einem IC gefahren bin, fehlte das BordBistro und ein zweite Klasse-Wagen. Die Deutsche-Bahn-Mitarbeiter versuchten mit ihrem Bistro-Ersatz-Trolley („mobiler Service am Platz“) durch die Gänge zu kommen, scheiterten jedoch am ersten Wagen. Wie dieses Konzept im engen Doppelstockwagen mit Treppen funktionieren soll, ist fraglich.

Außerdem werden warscheinlich auch die zusätzlichen Gepäckablageflächen nicht, denn in einem Doppelstockwagen passt nicht einmal eine Gitarre (wegen ihrer Tiefe) in die normalen „Gepäckablagen“.

Die Deutsche Bahn versucht, ihr Defizit an Reservezügen mit den 27 neuen Zuggarnituren auszugleichen. Doch die Doppelstockwagen sind bisher nur für 160 km/h zugelassen, die normalen IC-Züge für 200 km/h. Dadurch wird die neue Flotte extrem unflexibel und kann ohne Fahrzeitverlust nur auf Nebenstrecken eingesetzt werden. Ob der Versuch gelingt, für diese Fahrzeuge eine 185 km/h-Zulassung zu erhalten, ist noch unklar, aber ein kritischer Punkt ist die mangelnde Druckdichtung der Doppelstockwagen.

Aber vielleicht will die Deutsche Bahn AG nach und nach noch mehr Doppelstockzüge für den IC-Verkehr bestellen, um das ICx-Projekt in den Hintergrund zu drängen und vielleicht sogar ganz zu vergessen. Das wäre fatal, weil die „Dostos“, wie sie im Fachjargon genannt werden, höchstens für eine Notlösung geeignet sind und nicht für den dauerhaften InterCity-Einsatz.

Der ICx wird nötig, spätestens wenn die alten ICE-Züge überfällig werden und man hätte die Situation wie jetzt, nämlich dass man mit dem Beschaffen der Nachfolgezüge zu lange gewartet hat und jetzt mit den veralteten Zügen auf Verschleiß fährt – mit der Hoffnung, das Problem würde sich von alleine lösen. Doch wenn man nichts tut, passiert auch nichts.

Ein Gedanke zu “Der IC-Ersatz der DB?

  1. Eigentlich werden alle db ICE1+2 Züge erneuert und sogar mit einem Million teuren blinden leitsystem ausgestattet so werden die in den nächsten 20 Jahren eh nicht ausgemustert.

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