Unser Juni

Bild: Morio @ Wikimedia Commons

Juni. Sommer. Richtiger Sommer. Und ausgerechnet jetzt Sport in der Sonne? Sonst noch Fragen? Ja: Was war sonst noch los im 32°-Sommer? Die Antworten hier!

Der Juni ging ja drüber und drunter. Griechenland verschlingt Geld für ihre toten Rentner und die FDP hat die Forderungen für eine Steuersenkung durchgesetzt! Außerdem bestand die Gefahr, dass die Grünen plötzlich gegen den Atomausstieg der Bundesregierung sind. Hallo?! Am LGH ging es dahingegen etwas ruhiger zu, doch es ist dennoch nicht wenig passiert.

Schon am 2. Juni ging es los – mit einem eigentlich unspektakulären Feiertag, außer dass er uns allen einen zusätzlichen „Internatssonntag“ bescherte. Nur die diensthabenden Mentoren mussten nicht nur den ganzen Tag anwesend sein, sondern auch noch den Geruch von verbrannten Fertigpizzen und Asia-Fertigessen erdulden. Aber ganz unspektakulär war er doch nicht, denn er war äußerst reichhaltig an Floskeln wie: „Haha, du hast keinen freien Tag!“, die an die Teilnehmer des vierten LGH-Mathe-Wochenendes gerichtet waren. Denn dieses begann an jenem Feiertag mit Mathematikunterricht. Wie jedes Mathe-Wochenende bekamen wir viele Gäste aus Marbach und Bonn, die extra dafür angereist waren. Das Mathe-Wochenende erstreckt sich über drei lange Tage und endete am Samstag mit – sage und schreibe – 9 Stunden MatBoj, einem russischen Teamwettbewerb, bei dem es um die Lösung verschiedenster Aufgaben gibt, die man sich gegenseitig näher bringt und um Jurypunkte für die Lösung kämpft. Erstaunlicherweise gingen die Wettbewerbe häufig unentschieden aus…

Am Samstag, dem 4. Juni schloss unsere JUNIOR-Firma des Wirtschaft-4-Kurses (Klasse 11) ihr Jahr erfolgreich ab – mit einer Einhornparade aller im Laufe des Jahres verkaufter und bemalter Einhörner. Es sind 54 geworden und die Aktion war ein unglaublicher Erfolg. Abgesehen davon, dass fast allen Einhörnern in der Stadt mittlerweile das Horn fehlt, verursacht von Menschen, die die Verschönerung des Stadtbildes doch mithilfe der blauen Mülltonnen erreichen wollen. Vielleicht hat sich ja mittlerweile schon ein Schwarzmarkt gebildet, so wie bei den Mercedes-Sternen.

Bild: Roger McLassus @ Wikimedia Commons

Am gleichen Samstag waren alle Jungs plötzlich hellwach morgens. Wir hatten nicht ausnahmsweise leckeren Kaffee oder neuerdings Cola in der Schule, sondern alle haben einfach kalt geduscht. Das warme Wasser war ausgefallen, doch die Panne konnte am Nachmittag wieder beseitigt werden.

Am 9. Juni freuten sich dann diejenigen, die hart für den Erhalt des Frühlingsballs gekämpft haben. Nach langen Diskussionen wurde die Idee des komischen Sommernachtballs schnell wieder verworfen und der Frühlingsball verschoben und einfach mal in den Pfingstball umbenannt. Dieser Name hat sich jedoch nicht durchgesetzt – er wird immer noch Frühlingsball genannt. Sonst gibt es zu diesem Event nichts besonderes zu sagen, er verlief wie jeder normale Ball. Aber zwei Änderungen gab es: Es stand ein weißes Zelt vor dem Eingang, von dem niemand genau weiß, wieso es dort stand und die traditionellen Ballfotos wurden mit einem schwarzen Hintergrund geschossen, weil der weiße nicht passte. Dies hatte zur Folge, dass die Anzüge so gut wie nicht zu sehen waren.

Darauf folgten dann die Pfingstferien, in denen es Zeit genug gab, dem Sommeranfang der anderen Bundesländer wehmütig hinterherzublicken und ihn zu verfluchen. Auch die Wetteraussichten waren nicht rosig: 34 Grad als Willkommensgruß, das will niemand – vor allem nicht bei einem Panoramafenster in Südwest-Richtung; ohne Jalousie, nur mit Vorhang. Ganz Innovative versuchten es mit Alufolie, um die Sonne zu reflektieren, doch diese Alufolie wurde zur Spiegelei-Bratstation.

Kurz vor dem 28. Juni gab es Stress an allen Ecken. Alle saßen an PCs und verfluchten den kommenden Dienstag. Ja, denn er ist ja auch sinnlos. Es war nämlich Präsentationstag der Spitzenaddita. Spitzenaddita sind intensive Addita, die im richtigen Zeugnis vermerkt sind. Sie können ein Hauptfach (3. Fremdsprache oder NWT) ersetzen. Doch dieses Angebot kam nicht gut an – bemängelt wurde die mangelnde Information über diesen Tag und dass man nicht wusste, was von einem erwartet wird. Dies führte auch zu einer dementsprechend schlechten Laune (die Veranstaltung war auch für den Zuhörer verpflichtend) und einem schlechten Feedback. Außerdem war es ein heißer Tag und wir sollten alle bis 17 Uhr unsere Runden zu den Vorträgen drehen (es hat fast keiner ganz durchgehalten), obwohl von „drehen“ kaum die Rede sein kann, denn es gab keine Pausen zwischen den Zeitblöcken, man musste also immer rennen und kam trotzdem zu spät. Schlechte Organisation.

Bild: Paul Foot @ Wikimedia Commons

Der Tag darauf war auch nicht gerade ermutigend – am 29. Juni war nämlich Sporttag. Die Temperaturen sanken zwar auf 27 Grad, doch in der Sonne war es nicht viel besser. Cooper-Test und Bundesjugendspiele standen auf dem Programm. Alle beneideten die, die aus medizinischen Gründen nicht teilnehmen mussten und begaben sich mürrisch morgens um 8 auf den Weg in Richtung Sportplatz. Doch es war ein ganzer Berg zu bezwingen und mit sich bildendem Muskelkater wieder hinabzusteigen, der übrigens noch Tage hielt. Also ein Tipp an die Lehrer: Wenn Sie an den darauffolgenden Tagen noch konzentrierte und nicht schmerzverzerrte Schüler unterrichten wollen, wehren Sie sich gegen einen weiteren Sporttag und ersparen Sie uns das Elend. Und ganz ehrlich: Sie wollen doch auch nicht in der Sonne stehen und die Daten messen oder?

Denken Sie bitte nach und ich melde mich nächsten Monat wieder mit dem letzten Artikel dieses Schuljahres und jeder kann schon dessen Namen erraten: „Unser Juli“. Außerdem noch eine Mitteilung der Chefredaktion: Die nächste Woche können leider keine Artikel veröffentlicht werden, weil sie auf Studienfahrt ist.

Zum Weiterlesen: Die komplette Unser-Monat-Kolumne

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