Top-Leute an den Rand gedrängt

Logo - The Verge

Selten sieht man beliebte Leute am Abgrund. Aber auch nur, weil sie sich selbst mit der Wahl des Namens ihres neuen Tech-Blogs dahin gesetzt haben. Generell sind Joshua Topolsky, Paul Miller, Nilay Patel und ihr Team äußerst kreativ, was ihren Namen angeht, doch diesmal stimmt alles: Der Name, das Design, der Inhalt, die Philosophie und die Fangemeinde. Ich habe mir extra viel Zeit genommen, den lang erwarteten und riesigen Spielplatz zu erkunden und komme zu einem Schluss: Der richtige Anfang.

Lange hat man gewartet, am 1. November 2011 war es dann endlich online, das neue Zuhause von Joshua Topolsky und seinen tollen Kollegen, The Verge. Zuvor mussten sich alle Fans mit der Interimsseite This is My Next abgeben, doch auch sie war so gut gemacht, dass es vom Time Magazine zu einem der „Best Blogs 2011“ gewählt wurde.

Begonnen hat die lange Reise im März, als eine Gruppe von begabten und beliebten Bloggern engadget verließen, um jeder persönlich seinen Kommentar abzugeben. Während die meisten dem zuvor geleakten „The AOL Way“ die Schuld gaben, das detaillierte Pläne enthielt, den zuverlässigen Tech-Gadget-Blog engadget in eine profitgierige Sparte von AOL zu wandeln, gab der damalige Editor-in-chief Joshua Topolsky die Schuld für seine Kündigung der mangelnden Entwicklung des Blogs. Zwar ist seinem Team erst 2009 ein radikales und hochgelobtes Redesign engadgets gelungen, doch seitdem hat sich wenig getan, neue Mitarbeiter Mangelware. Dies sollte sich ändern – wie sich jetzt herausgestellt hat, hat es sich mit The Verge auch geändert.

Doch bleiben wir zuerst auf einem erwähnenswerten Zwischenstopp: Kurz nach dem Verlassen engadgets fand sich die Seite namens This is My Next Podcast im WWW. Zuerst war nur ein wöchentlicher Podcast geplant, um die treuen Hörer mit ihrer Quelle von News aus der Technik-Welt zu versorgen. Man könnte doch auch auf Engadget zurückgreifen. Nein kann man eben nicht, denn dem Engadget-Podcast fehlt seitdem der typische Topolsky-Miller-Patel-Stil, der Podcast-Hören richtig Spaß machen lässt und eine Unterhaltung werden lässt. Sogar Wikipedia fällt es schwer, objektiv zu bleiben, wenn es diese spezielle Art des This is My Next Podcastes anspricht.

The podcast is fairly light in tone, with show hosts Topolsky, Patel, and Miller regularly falling off topic and discussing popular culture.

– Wikipedia, „This is My Next“

Dies macht es wirklich unterhaltsam und man muss dauernd lachen, denn das Team von This is My Next ist wirklich kreativ. Als der Livestream des Podcastes nicht funktionierte, hat der zuständige Videotechniker einfach angefangen, den Podcast in einen Liveblog umzuwandeln, was von den Moderatoren mit einem Lachkrampf begleitet wurde.

Und die Engadget Show? Meiner Meinung nach ist sie seitdem eine reine Katastrophe, es gibt seitdem nur noch Clips ohne Gäste, Diskussionen und so, wie sie eigentlich von Topolsky konzipiert worden war.

Aber trotzdem haben die Leute von This is My Next irgendwann angefangen, ihrer eigentlichen Berufung nachzugehen: zu bloggen. Durch die Konzentrierung auf die Entwicklung von The Verge ist die Menge an täglichen Posts deutlich geringer als auf Engadget, aber auch ein Vorteil für den Leser, denn dadurch werden wichtige Events hervorgehoben.

Aber begeben wir uns mal in die Gegenwart, auf die Zeit nach dem ersten November. The Verge ist wirklich eine fantastische Seite, der man einen Besuch abstatten sollte, doch zuvor noch kurze Anmerkungen zu mir. Als is zum ersten Mal auf theverge.com war, fand ich zuerst die Seite überfüllt, vor allem die Startseite. Das ist ohne Zweifel so, doch wenn man tiefer gräbt, gibt es extrem innovative Features. So gibt es zum Beispiel die Produktseiten, wo die Fakten eines jeden Produkts von einer 3D-Brille zum Galaxy Nexus vorhanden sind, die man auch durch ein tolles Werkzeug vergleichen kann. In diesem Beispiel macht das natürlich wenig Sinn, aber wenn man sich für ein Handy entscheiden will, ist das eine richtig gute Sache. Begleiten tut ein Verge Score, welcher von den Bloggern gegeben wird. Die Kritiken einzelner Produkte fallen zwar kritischer aus, doch das ist gut so. Bei Engadget steht fast bei jedem Handy: Es ist gut, hat einige brilliante Eigenschaften, für jeden zu empfehlen, dem das Handy gefällt. Das hilft nicht viel weiter. Außerdem wird die Show On The Verge starten, die hoffentlich das alte Engadget-Show-Flair wiederbringt. Der Podcast ist so gut wie immer, also immer ein Grund zur Freude.

Ein riesiges Lob an The Verge geht von meiner Seite aus an die integrierten Foren und dass man als Leser mehr machen kann, als nur kommentieren. Man kann eigene Posts schreiben – und das mit professionellen Werkzeugen. Diese werden dann auch vom Team gelesen, wie sich gezeigt hatte, als sich viele über den Forennamen Androids beschwerten und The Verge ihn dann von „Droid Army“ in „Android Army“ abänderte.

Ein weiteres richtig interessantes Alleinstellungsmerkmal sind die sogenannten StoryStreams, mit denen es ihnen gelingt, zusammenhängende Posts auch wirklich zusammenhängend zu gestalten. Traditionelle Blogs hängen ein Update an den Originalpost dran oder schreiben einen neuen, der kurz auf den alten verlinkt, doch The Verge macht es anders. Es gibt immer nur einen Post zu einem Thema, doch dieser ist nur ein Überblick, falls es Updates geben sollte. Denn in ihm stecken neue Posts, grafisch toll aufbereitet und so nützlich. Dadurch verliert der Leser keinen Überblick. Hier ist ein Beispiel.

Alle Funktionen integriert, das sind Hubs zu bestimmten Themen. Dort gibt es alle neuen und wichtigen Posts zu den Themen und die Foren sind auch gleich integriert. Alles in allem eine wunderbare Seite, ein riesiges Lob an The Verge! Lediglich an der Startseite habe ich etwas zu kritisieren, denn sie ist einfach etwas zu lang und etwas überfüllt. Wäre sie etwas systematischer, würde ich mich freuen. Aber wie gesagt, das ist erst die erste Version der Seite und sie ist super!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s