Unser November

Bild: Morio @ Wikimedia Commons

Kaalt… Das war dieser Monat, auch bei uns. Da man darüber aber schlecht schreiben kann, muss ich mir etwas aus den Fingern ziehen. Aber bevor wir beginnen: „Tschüss, Jakob! Wir werden dich vermissen!“ Wieso bekomme ich für diesen Satz kein Geld? Ich meine, Todesanzeigen gibt es auch nur des Profits wegen. Ich sage ja nur…

Da am Anfang des Montags noch die Herbstferien nachklungen, verlief es relativ ereignislos, bis wir schließlich gleich am ersten Schultag am 7. November von Menschen aus aller Welt besucht wurden, vorzugsweise im Anzug. Denn alle Jahre wieder ist das LGH wieder ein Veranstaltungsort der sogenannten EurOpens, ein Debatingwettbewerb. So streng mit der Namensgebung nimmt man es nicht, denn man merkt nichts vom Europa, sondern nur, dass es Open ist, denn Kanada ist zum Beispiel ein Stammgast. Aber um so strenger die Regeln. Die Schulen mischen genauso wie die Nationalteams mit, sodass der Wettbewerb auf Stuttgart, Gmünd und Umgebung und drei lange Tage verteilt ist.

Abgehakt – die Kurzmeldungen des Monats: SMV-Hütte klingt ja ganz toll, es ist aber nur eine Übernachtung wichtiger Personen in einer fremden Hütte. Ganz nebenbei werden dann noch Ideen gesammelt, wie man das LGH verbessern kann. Beachte: Ein Rückschritt ist auch ein Schritt. +++ Studieninfotag Baden-Württemberg am 17. Interesse war gehalten. Neu: Falls man nicht mitmacht, muss man sich beim GK-Lehrer rechtfertigen. +++ Für Perlentiere importieren wir immer eine Lehrerin aus Wuppertal. Sie gab am 26./27. einen Workshop dazu, Ergebnisse wurden nicht gesichtet. +++ Zu gewissen Zeiten kommen nun auch Mittelstüfler ins Internat, denn E8 und M4S finden jetzt beide am Nachmittag statt und um dafür einen Ausgleich zu schaffen, organisiert die Schulleitung eine Aufsicht.

Am Samstag, den 12. November, versammelte sich eine „zahlreiche Schülerschaft“ vor dem Feueralarm-Sammelpunkt. Nein, diesmal keine Spiegeleier, sondern eine Baumpflanzaktion für die Bäume, die eigentlich schon acht Jahre lang wachsen sollten. Jedes Jahr wird für die neuen Schüler ein neuer Baum gepflanzt und dieses Jahr wurde alles nachgeholt. Ziemlich viele Apfelbäume mit Sorten, die nur Herr Pollak kennt, und eine Mirabelle und Quitte stehen jetzt auf der Wiese, auf der früher der Kindergarten Schlitten fuhr. Auch der Bürgermeister kam und kurze Reden gehalten, doch nur unser Baum passte nicht mehr in den Transporter hinein (2007). Ein paar Alumni waren dann doch noch zufällig da und ersetzten die etwas abgelenkt wirkenden Personen auf den Balkonen (siehe Bild). Später gab es in der Mensa dann noch alles Essbare rund um Äpfel. Lebensweisheit: Nicht alle Äpfel sind essbar.

Das Wørt dieses Monats: Schulkonferenz. Die Schulkonferenz kam wieder am 20. November zusammen und besteht aus Elternvertretern, Schul- und Internatsleitung und Schulsprechern. Man reist extra an, um wichtige schulische Themen zu besprechen. Dieses Mal war die neue Campusordnung dran, die alles heiß Diskutierte beinhaltet. Die Schlafenszeiten für die Oberstufe, neue Ausgangszeiten am Wochenende und das Dritte… … eh, das Dritte weiß ich nicht, Ups. Wenn man sich also nicht ein weiteres Mal am Sonntag zusammenkommen will, stimmt man mit ja und das Thema ist vom Tisch. Also extra Anreisen für wenig Beschluss. Ach ja, kurios ist auch, dass die Schulkonferenz auch noch beim Fehlen des Schülersprechers, wie dieses Mal, beschlussfähig ist.

Seit diesem Jahr sind wir Comenius-Schulpartner. Bei diesem Projekt tauscht man sich europaweit kulturell aus und reist in viele Länder. In der Woche vom 13. bis zum 20. November ging es nach England. Dies ist so wichtig, dass sich manche die Haare färben müssen. Außerdem hängt nun dieses Schild in unserem Schulgebäude, für mindestens zwei Jahre. Neben dem total verdienten Bauherrenpreis war wohl kein Platz mehr.

Und jetzt ist es wieder Zeit für unsere Lieblingsrubrik: Unsere Mensa!

Erstaunlicherweise Positives gibt es zu vermelden: Wir haben nun eine erweiterte Marmeladenauswahl, die auch überwiegend gut angenommen wurde. Ein Streitpunkt war in vergangener Zeit ja immer der Biotag, der dann Ende letzten Jahres abgeschafft wurde. Jetzt steht er leider wieder auf dem Speiseplan, doch so versetzt, dass man dem zwangsweisen Bio-Essen zumindest einmal pro Turnus entgehen kann. Der Fischtag scheint auch gerade mit seinem Sendeplatz zu experimentieren, manchmal mittwochs, mal freitags. Unsere Mensa bekommt den zweiten Fischtag offenbar nicht wirklich im Speiseplan unter. Mein Lösungsvorschlag: Nehmt doch bitte wieder nur einen!

Was fehlt dem LGH denn noch? Ein Museum! Ja, am 14. Januar 2012 öffnet das Campusmuseum seine Türen, dann heißen wir

Landesgymnasium für Hochbegabte mit Internat, Kompetenzzentrum, Schülerlern- und Schülerforschungszentrum, Turnhalle und Campusmuseum Schwäbisch Gmünd

Wäre doch mal etwas. Offenbar sind in der abrisswürdigen Ex-Architektenbaracke einige Sachen renoviert worden, doch das dar hier eigentlich nicht erwähnt werden, denn mitbekommen davon hat ja kein Schüler. Was eher auffällig war, ist dass am 17. November das Team des Campusmuseums nach Stuttgart ins Haus der Geschichte gefahren ist und viel über Museumspädagogik gelernt haben. Hoffentlich wird das auch umgesetzt, denn textlastige und strukturlose Museen sind öde. Ich gebe dem Campusmuseum eine Chance.

Das ist aufregend, das erste Mal „Neues von Außerhalb“. Und es ist eine Bombenmeldung! Wir haben gar keine Finanzkrise mehr! Der Euro ist gerettet! Ich meine, es herrscht genereller Konsens darüber, dass man eher dem Staat Geld gibt, als für das LGH Geld verschwendet. Da die Lasershow-Firma LOBO aber am 24. November für uns eine große Lasershow gegeben hat, ist der Beweis dafür, dass der Staat kein Geld mehr von LOBO will! Umso besser für uns, denn dies war wahrscheinlich der beste Vortragsabend, den wir je hatten, vor allem weil im Prinzip kein Vortrag dabei war. Nur Asphaltiermaschinen und Musik.

Am 25. November wurden wir Schüler mal wieder vernachlässigt, denn Frau Schüttler wurde verabschiedet. Sie war Leiterin des Amtes für Bildung und Sport in Schwäbisch Gmünd und hat das LGH von Anfang an begleitet. Unsere Mensa wurde für ihr kleines Fest gesperrt und wir wurden (Zitat Frau Schüttler) „wie bei einer Tierfütterung“ mit Brötchen und Wurst gefüttert.

Der farbfleck vor Ort: Dieses Mal ausnahmsweise hier versteckt.

Unser Dezember entfällt dieses Jahr, weil es sich einfach nicht lohnt. Aber im Januar ist ‚Unser Monat‘ ist wieder da. Ich verabschiede euch mal wieder mit einem Tipp des Monats oder einem ‚Moment of Zen‘, wenn ihr es so haben wollt. Falls ihr mal Geld sparen wollt, könnt ihr eure Wäsche ruhig in der Gefängniswäscherei abgeben, ganz so wie unsere Krankenstation es tut.

Zum Weiterlesen: Die komplette Unser-Monat-Kolumne

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