Breaking: Die Zukunft von webOS

Was macht HP mit seinem Verlustbringer, nachdem sie Leo Apotheker rausgeschmissen haben, der die Sparte verkaufen wollte und den Begriff des „Tablet-Effektes“ ins Spiel gebracht hat? Diese Frage hat Meg Whitman, neuer CEO von HP, heute geklärt.

Verkaufen? Beibehalten? Dies ist die eine Frage, die sie wohl in letzter Zeit am meisten beschäftigt hat. Letztendlich hat sie eine ungewöhnliche Entscheidung gestroffen: WebOS wird Open-Source. Auf Deutsch heißt das, dass der Quelltext des Betriebssystems zukünftig für jedermann zu haben ist und dadurch die Plattform am Leben gehalten werden soll.

Die Geschichte von webOS macht es nicht einfacher: Das ehemalige palmOS wurde von HP übernommen und in webOS umbenannt. Bekannt ist webOS für seine interessante Umsetzung von Multitasking. Mit den sogenannten Karten wird webOS als König des Multitaskings geehrt. Ich sage jetzt explizit nicht HP, sondern webOS, weil es eine Leistung des ehemaligen Palm-Teams und des jetzigen webOS-Teams war. HP fungierte eigentlich nur als Mutterkonzern, der die ganze Unternehmung finanzierte. Es entstanden Produkte wie das Pre 3, HP Veer und das HP Touchpad. Das Touchpad dürfte wohl das bekannteste sein, denn HP verzweifelte an den schlechten Verkaufszahlen und senkte den Preis plötzlich auf nur 99$ für den Tablet-PC. Daher ist auch die Nutzerzahl von webOS rasant gestiegen, obwohl Leo Apotheker es zuvor als tot bezeichnet hatte.

Dass die Palm-Leute einiges drauf hatten, beweist auch die Leistung des ehemaligen Palm-Mitarbeiters Mathias Duarté, der wesentliches dazu beigetragen hat, Android mit Ice Cream Sandwich in eine klare Richtung zu weisen, eine Persönlichkeit, so wie es Apple mit Siri gelungen ist. Man kann aber nicht verschweigen, dass webOS seine Lücken hatte: So war die Software relativ fehlerhaft und oft sehr träge – HPs Hardware aus Plastik hat nicht gerade dazu beigetragen, ein gelungenes und erfolgreiches Produkt herzustellen.

Jetzt also heute die Entscheidung für Open-Source. Jetzt steht HP natürlich auf einem Kriegsfuß mit den erbittertesten Konkurrenten: Apple und Google. Was zuvor noch eine Adoption des Apple-Systems war (ein abgeschlossenes System), wird jetzt zu Google (Open-Source). Dabei hat Meg Whitman (ehemaliger CEO von eBay und jetzt HP) explizit gesagt, dass sie Android insofern aus dem Weg gehen, als dass sie keine Handys produzieren werden. HP wird nach jetzigem Stand zum geligen von webOS als Open-Source-Projekt nur Tablets beitragen, genau da, wo Android bisher schwach ist. Doch auch Android fährt härtere Geschütze auf: Ice Cream Sandwich und das neue ASUS Transformer Prime tragen das Nötigste dazu bei, Android auch auf Tablets erfolgreich zu machen.

Man kann sagen, dass HP einen steinigen Weg gehen wird, doch diese Entscheidung erscheint gut durchdacht. Ich kritisiere HP für diese Entscheidung keineswegs, will jedoch anmerken, dass diese Entscheidung typisch für Manager ist, die nicht Nein sagen können. Nein, webOS ist unser Baby, wir wollen es nicht verkaufen. Versuchen wir doch das Beste daraus zu machen!

Zum Weiterlesen: The Verge.

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