Auf Kollisionskurs

Alle sagen: Wir können uns gar nicht mehr vorstellen, in den 90er-Jahren zu leben, ohne die Technik, die uns Tag für Tag begleitet. Doch in den 90er-Jahren war die Welt noch in Ordnung. Heute sind wir auf Kollisionskurs und die Katastrophe naht.

Es geht um die Riesen aus dem Silicon Valley: Apple, Google, IBM und Microsoft.

Die Weltordnung aus den 90er Jahren sah vor, dass Apple und IBM die Computer herstellen, Microsoft mit Office und Windows die Software und Google die Suchmaschine als Zugriff ins Internet. Doch heute haben sich die Fronten verschärft: Apple, Google und Microsoft haben ihre eigenen Smartphones (iPhone, Android, Windows Phone), Betriebssysteme (Mac OSX, Chrome OS, Windows), Computer und Browser. Google wagt sogar einen Angriff auf Facebook, Microsoft greift mit bing Google an und Apple beherrscht den Musikmarkt. Lediglich IBM hat sich als Beraterfirma zurückgezogen.

Diese Firmen wurden universell und von einander unabhängig, was ihnen viel Spielraum und Freiheiten gibt. Doch kann es so weiter gehen? Ist das eine gute Strategie? Mittlerweile sind alle dazu übergegangen, zu versuchen, Menschen in das eigene Ökosystem zu locken:

Apple schickt mit iCloud einen starken Gegner in das Rennen, iWork und der iTunes Store und App Store behalten die Nutzer zusätzlich in den eigenen Reihen. Dies sollte aus der Sicht der 90er Jahre doch gar nicht so sein, Apple sollte allein die Computer machen, was lief falsch? Nichts. Steve Jobs wollte die Weltherrschaft, und er bekam sie – zumindest teilweise.

Bis Microsoft begann, Zune ins Spiel zu bringen und es war kein so großer Misserfolg, wie viele glauben. Die noch engere Integration mit Windows als iTunes, zeigt, dass Microsoft nun auch beginnt, seine Nutzer abzuschotten. Das eigentliche Gegenteil zum Ur-Windows. Microsoft hat Gefallen an Apples System gefunden und versucht jetzt das Gleiche mit Windows Live, SkyDrive und Windows Phone. Schließlich geht es jetzt nur noch um die Loyalität der Nutzer, nicht mehr um die breite Kompatibilität mit der Konkurrenz.

Googles Android ist der einzige Anwender der kompletten Open-Source-Philosophie. Dies wurde zwar zu einem wahnsinnigen Erfolg, zeigte jedoch neben seinen Stärken der hohen Individualität auch seine Schwächen: die Individualität. So muss der Nutzer nicht die Standard-Tastatur benutzen oder durch Menüs klicken, um das WLAN ein-/auszuschalten, durch die Individualität konnte der Nutzer „sein eigenes Android“ schaffen. Der Nachteil ist die dadurch entstandenen Fragmentation der Plattform, eine Qual für Entwickler.

Android soll aber nicht täuschen: Auch Google verfolgt das integrierte System. Nur Android ist ein Google-Produkt ohne den Firmennamen. Der Rest versucht, von Apple und Microsoft unabhängig zu werden. Google Docs, Google Mail, Google Calendar, Google+. Die große Palette an super integrierten Anwendungen versprechen auch Google „die Weltherrschaft“. So ist Google Mail schon zum wichtigsten Grund geworden, wieso man sich für Android entscheiden sollte…

Wer gewinnt nun? Das ist schwer zu sagen, doch 2012 wird ein schwerwiegendes Jahr für diesen Konkurrenzkampf: Apple will Gerüchten zufolge ein TV-Set auf den Markt bringen, auch Google TV versucht, den Fernsehmarkt zu erobern, was Apple schon zuor mit AppleTV nicht gelungen ist. Ein weiteres Produkt, das versucht, den Endnutzer in den Klauen der Riesen zu halten. Wir werden noch sehen, wer die Oberhand gewinnt in diesem unübersichtlichen Markt, sofern nicht die Welt untergeht.

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