Pünktlicher ohne Fahrplan

Bild: Felix O @ flickr

Busse kommen nie pünktlich. Die Lösung: Nie sagen, wann der Bus kommt! So wird in vielen Städten Unpünktlichkeit vermieden, doch es ändert nichts daran, dass Pulkbildung stattfinden kann. Das heißt, wenn längere Zeit kein Bus kommt und dann mehrere gleichzeitig. Dafür ist der Bus sehr anfällig, weil es abhängig von Passagieraufkommen, Verkehrsfluss und Ampelanlagen ist. Doch ein neues System der Georgia Tech löst das Problem.

Die Idee ist, dass die Busse so zu fahren, dass immer die gleichen Abstände zwischen den Bussen herrschen. Um dies zu erreichen, sagt ein computergesteuertes System dem Busfahrer, wann die Busse abfahren sollen. Diese Abfahrtszeit wird aus einem Mittelwert zwischen dem Abstand des vorausfahrenden und des nachfolgenden Busses errechnet. Ohne den festen Fahrplan sind die Busse viel flexibler: Wenn ein Bus ausfällt oder dazukommt, kann die Taktfolge durch den Computer automatisch ausgeglichen werden, ohne dass ein Bus mehr Passagiere als die anderen bewältigen muss. Wenn die Passagierzahl nämlich nicht ausgeglichen ist, verlängert sich die Haltezeit eines bestimmten Busses, sodass der nachfolgende aufholt und wieder eine Pulkbildung auftritt.

Mit den flexiblen Abfahrtszeiten können auch Umleitungen gefahren werden, ohne den Fahrplan total durcheinander zu bringen. Hauptsache die Wartezeiten an den Haltestellen sind immer gleich, das ist auch für die Passagiere gut: Die Zuverlässigkeit der Linie steigt. Wobei dieses System nur bei Linien mit kleinen Taktabständen durchsetzbar ist, ein 20-Minuten-Takt ohne feste Abfahrtszeiten funktioniert nicht, da die Wartezeit an den Haltestellen zu lang wäre.

Die Pilotlinie ist der Uni-Shuttle der Georgia Tech, welcher den Campus mit der Metrostation verbindet und täglich 5000 Passagiere befördert: Jeder Bus ist mit Android-Tablets mit GPS-Funktion ausgestattet und übermittelt die aktuelle Position an den Zentralrechner, welcher an jeder Haltestelle eine Abfahrtszeit berechnet. Das Feedback war äußerst positiv.

Wie könnte dieses geniale System in die Realität übernommen werden? Jeden Bus mit Tablets auszustatten könnte teuer werden, vor allem in den überschuldeten Gemeinden. Doch es stellt sich heraus, dass eine Kommunikation mit einem Zentralserver und Standortbestimmung mit GPS oder Infrarot-Reflektoren schon mit dem RBL/ITCS-System möglich ist (rechnergestütztes Betriebsleitsystem/Intermodal Transport Control System), welches schon in vielen Städten gang und gäbe ist.

Via: The Verge; Quelle: Georgia Tech (1), Georgia Tech (2)

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