Sherlock – Quoten (3)

Nach dem Blick auf die Zuschauerreaktionen auf Sherlock richtet man den Blick bei der ARD auf die Quoten. Kurz gesagt: Sie sind nicht so gut, wie man sich vielleicht erhofft hatte. Quotenmeter.de hat die Zahlen.

Trotz der guten Kritiken und dem BAFTA-Gewinn entscheiden am Ende immer noch die Zuschauer. Oder zumindest eine repräsentative Testgruppe, die dann letztendlich die Quote bestimmen. Für „Sherlock – Ein Skandal in Belgravia“ reichte es nur zu

  • 2,76 Mio. Zuschauern (gesamt) und zu schwachen 9,1% Marktanteil (für ARD-Verhältnisse)
  • 1,00 Mio. Zuschauern (14-49 Jahre) und zu starken 8,6% Marktanteil (für ARD-Verhältnisse)

Damit sind natürlich wieder alle Vorurteile bestätigt: Die ARD ist ein Seniorensender.

Auch die mutig programmierte NDR-Serie „Tatortreiniger“, die den diesjährigen Grimme-Preis gewann, konnte direkt im Anschluss nicht überzeugen. 6,2% gesamt und 5,1% bei den 14-49-jährigen sind Quoten unter dem Senderschnitt.

Quelle: Quotenmeter.de

Im Vergleich dazu erreicht der „Tatort“ am Sonntag immer überdurchschnittliche 7-8 Mio. Zuschauer mit ca. 22% Marktanteil. Doch der Donnerstag scheint der ARD immer mehr Probleme zu bereiten: Auch „Opdenhövels Countdown“ kam vor zwei Wochen nur auf 2,64 Mio. Zuschauern und 8,6% Marktanteil.

Das ZDF hatte mit der parallelen Quiz-Geniecasting-Show „Deutschlands Superhirn 2012“ aus Pilawas 0815-Sendungsfabrik die Nase vorn, trotz der unbeabsichtigten Werbung für Sherlock im Twitteraccount des ZDF.

„Sherlock – Die Hunde von Baskerville“

Am Pfingstsonntag, dem 27.05.12 lief die zweite Folge von Sherlock und das sind die Quoten:

  • 2,61 Mio. Zuschauer (gesamt) und 10,9% Marktanteil
  • 1,11 Mio. Zuschauer (14-49) und 10,8% Marktanteil

Während sich der Marktanteil bei allen Zuschauern zwar gesteigert hat, lag er immer noch unter dem Senderschnitt. Außerdem sanken die Zuschauerzahlen wegen des Pfingstsonntags. Auch hätte man sich bei der ARD wahrscheinlich mehr von dem Tatort-Lead-In erhofft, das fast doppelt so viele Zuschauer hatte. Bei den 14-49-jährigen sah es dagegen wieder gut aus. Übrigens: Die fake-britische Serie „Inspector Barnaby“, die parallel lief, gewann bei der Gesamt-Zuschauerzahl.

Quelle: Quotenmeter.de

„Sherlock – Der Reichenbachfall“

Am Pfingstmontag stiegen dann mit der Abschiedsfolge der zweiten Staffel erstmals die Quoten wieder:

  • 2,95 Mio. Zuschauer (gesamt) und 11,8% Marktanteil
  • 1,26 Mio. Zuschauer (14-49) und 11,4% Marktanteil

Das sind natürlich erfreuliche Quoten, die aber auch dem starken Lead-in des Schweizer Tatorts zu verdanken sind. Dieser erreichte nämlich 7,01 Mio. Zuschauer ab 20:15 Uhr. Insgesamt eine erfreuliche zweite Staffel mit immer weiter steigenden Marktanteilen, die vor allem genauso viele junge Zuschauer hat, wie alte.

Quelle: Quotenmeter.de

In Deutschland hatte die erste Staffel von Sherlock 2011 einen steilen Abstieg erlebt: Von 4,42 Mio. Zuschauern waren bei der dritten Folge nur noch 3,05 Mio. übrig. Nach der zweiten Staffel sind es nur noch 2,95 Millionen. In Großbritannien dagegen steigerten sich die Quoten von durchschnittlich 8,83 Mio. in der ersten Staffel zu durchschnittlich 10,24 Mio. der zweiten Staffel. Und wer es nicht glaubt: Großbritannien hat mit ca. 62 Mio. weniger Einwohner als Deutschland.

Quelle: Wikipedia

Für treue Sherlock-Fans gibt Spiegel Online noch einen Ausblick:

Die Unberechenbarkeit der Hauptfigur bleibt denn auch der größte Spaß in „Sherlock“. Ob zaghaft verliebt in „Ein Skandal in Belgravia“ oder rücksichtslos anpackend in „Die Hunde von Baskerville“, der etwas schwächeren zweiten Folge: Holmes schillert wie ein Irrlicht und weiß trotzdem ganz genau, wohin er will. Nur in „Der Reichenbachfall“, der fulminanten Abschlussfolge der zweiten Staffel, kann eine Figur aus der zweiten Reihe noch mehr überraschen. Aber Holmes wäre nicht Holmes, wenn er die Herausforderung nicht annähme: Eine dritte Staffel ist bereits in Planung.

Insgesamt kann man sagen, dass Sherlock dieses Jahr für die ARD von einer Spitzenserie zu einer quotenmäßig mittelmäßigen abgerutscht ist. Trotzdem ist die Ausstrahlung der dritten Staffel wohl sicher, doch bei einer Vierten kann es kritisch werden.

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