sidebyside gs3 onex

Galaxy S III – One X

Bild: The Verge

Das Galaxy S III oder das HTC One X? Zwar sind beide Handys erstklassig, doch welches ist eigentlich besser? Die Antwort auf diese Frage hängt von verschiedenen Faktoren ab, die einzeln verglichen werden müssen. Eins ist klar: Keins der beiden ist perfekt, doch wir haben einen klaren Gewinner.

Video (by The Verge)

Design

One X gewinnt, doch das S III muss sich nicht schämen

In Sachen Design gewinnt das HTC One X mit seinen eleganten Kurven und Übergängen zwischen schwarzem Glas und weißem Plastik. Doch das Galaxy S III muss sich nicht schämen, nur weil es seinen eigenen Weg geht. Das S III ist zwar überhaupt nicht fotogen, aber in Realität nicht einmal so schlecht: Das Smartphone mit seinem total flachen Rücken ist elegant geformt und auch das glänzende Plastik ist sehr rutschfest, was einem ein Gefühl der Sicherheit gibt, wenn man es in der Hand hält. Ganz im Gegensatz zum iPhone 4S, das sich mit seinem kühlen Glasrücken und Aluminiumband zwar schön anfühlt, aber eben auch sehr rutschig ist. Das S III wurde offensichtlich nicht nach dem Grundsatz „form follows function“ designt und passt ein riesiges Display geschmeidig in die Hand ein. Im Vergleich zum One X erblasst das S III in Sachen Design. Das S III ist lediglich gut, während das One X sehr gut ist.

Aber wie oben schon erwähnt punktet das Galaxy S III bei der Ergonomie. Es hat absolut keine scharfen Kanten, die in die Handflächen schneiden und die Ecken ist geradezu perfekt abgerundet. Wohingegen das One X mit seinen spitzeren Ecken zwar ein Hingucker ist, aber in der Hand die Beweglichkeit des Daumens etwas einschränkt.

Hardware

Display

HD Super Amoled VS. Super LCD 2. Fight!

AMOLED war vor fünf Jahren eine unglaubliche Technologie: Die selbstleuchtenden Pixel machten die Hintergrundbeleuchtung der Pixel, die bei herkömmlichen LCDs nur Farbfilter sind, überflüssig und machten dadurch unglaublich dünne Bildschirme und fast unsichtbare Abstände zwischen dem Glas und dem Bildschirm möglich. Außerdem bieten AMOLEDs viel stärkere Kontraste und viel tiefere Schwarztöne als LCDs. Oft ist das Schwarz so tief, dass man den Übergang zwischen dem „schwarzen“ Bildschirm und dem schwarzen Rand nicht mehr erkennen kann. Doch AMOLED hat auch Nachteile: Unter anderem das häufigere „Einbrennen“ und die sich schneller abnutzenden Pixel, also insgesamt eine kürzere Lebensdauer der Bildschirme. Das ist auch offiziell der Grund, wieso Samsung in das GS III keine RGB-Matrix in die AMOLED-Bildschirme eingebaut, sondern eine längerlebige PenTile-Matrix (RGBG) benutzt.

Viel Schande wurde schon über PenTile-Bildschirme gesprochen. Die verkrüppelte RGBG-Matrix sei im Gegensatz zum regelmäßigen RGB nur ein Trick, um die hohen Pixeldichten zu erreichen, weil PenTile technisch gesehen nur zwei (in der Realität sind es vier, wobei das Grün doppelt vorhanden ist) statt drei Subpixel besitzt. Das Problem, das verbraucherorientierte Journalisten mit PenTile haben, sind aber die unscharfen Kanten, die sich auf PenTile-Bildschirmen des HTC One X oder des Motorola RAZRs vorfinden. Sie entstehen dadurch, dass bei PenTile-Bildschirmen eine abwechselnde Anordnung von blauen und roten Pixeln eine Kante bilden, die im Gegensatz zu einer durchgehenden, einfarbigen Linie bei RGB-Matrizen unscharf erscheint. Doch Samsung hat seine Technologien unter anderem durch die Verkleinerung der roten Subpixel so verfeinert, dass PenTile auf dem GS III vernachlässigbar ist. Das habe auch ich nicht geglaubt, als ich es gehört hatte, doch es ist wahr. PenTile ist nicht das Problem am Display des GS III.
Das Problem der AMOLED-Technologie, das im GS III nicht beseitigt wurde, ist der Blauton, der vor allem im Vergleich zum One X auf dem unteren Bild deutlich wird. Es ist eine Farbverzerrung, die mich allerdings nicht sehr stört. An das kühle Blau kann man sich gewöhnen.

Weltbestes Display: HTC One X.

Auch wenn das Urteil damit gefällt ist, möchte ich nochmals betonen, wie gut beide sind. Es sind beides 1280*720-HD-Bildschirme. Eine gigantische Auflösung auf 12 Zentimetern Diagonale, mit der man zufrieden sein muss.

Prozessor

Es ist irgenwie lächerlich, wenn man von einem Dual-Core-Laptop über zwei Quad-Core-Handys schreibt. Im Detail reden wir hier über das Samsung-eigene Exynos-4-Quad im GS III und Nvidias Tegra 3 im One X. Beides sind Performance-Bomben, die jede Alltagsaufgabe locker meistern. Doch Gaming-Nerds aufgepasst: Ein Tegra-3-Prozessor kommt mit Nvidias exklusiver Tegra Zone, eine Sammlung speziell für Tegra 3 optimierter Spiele, die auf dem GS III fehlt.

Ein Hoch auf die Exynos-Ingenieure!

Abgesehen von dieser Besonderheit an Tegra 3 performt der Exynos-Chip eben einen Tick flüssiger auf dem Galaxy S III. Insbesondere das pinch-to-zoom im Browser läuft auf dem Galaxy S III etwas flüssiger als auf dem One X. Das nimmt sich zwar nicht viel, doch technisch gesehen ist das GS III in dieser Kategorie besser, auch wenn das One X ebenso gut über die Runden kommt.

Trotzdem ist Quad-Core immer noch ein Schwachsinn. Qualcomm hat mit seinem Dual-Core Snapdragon S4 Prozessor Nvidias Tegra 3 bei der Performance längst eingeholt und beim Akkuverbrauch sogar überholt. Insofern sind Quad-Core-Prozessoren, die viel Akku verbrauchen, eigentlich unnötig, da der Snapdragon S4 die gleiche Leistung mit zwei Kernen erzielen kann.

Kamera

ImageSense verliert an Farbe.

Als HTC uns vor vier Monaten sein ImageSense präsentierte, staunten alle über die einfachen, aber nützlichen Funktionen: Während dem Video aufnehmen Fotos schießen, kontinuierlich bis zu 20 Fotos schießen, automatisch das Beste auswählen… Mittlerweile hat das jeder kopiert. Das Galaxy S III vereint jedoch diese nützlichen Funktionen mit der exzellenten Fotoqualität, die das GS III von seinem Vorgänger geerbt hat:

Verstecktes

Danke Samsung!

Das ist eine Sache, für die Samsung extrem viel Dank verdient: Das GS III hat eine abnehmbare Rückseite. Heutzutage verschließen viele Hersteller ihre Rückseiten, entweder um an Servicegebühren zu verdienen (siehe Apple) oder um speziell an die Form des Handys angepasste, extra-große Akkus einzubauen, die den Platz perfekt ausnutzen (siehe Motorola RAZR MAXX). Doch Samsung war schon immer ein Verfechter abnehmbarer Deckel. Auch für die, die keine auswechselbaren Akkus brauchen, ist es ein wichtiges Extra, sollte die Lebenszeit des Akkus zu Ende gehen. Außerdem war Samsung so gütig und hat noch einen Steckplatz für eine microSD-Karte eingebaut, auch eine langsam schwindende Option, sollte der interne Speicher voll werden. Alles in einem Gehäuse, das sowohl dünner als das iPhone 4S, als auch das One X ist, die beide keinen microSD-Platz oder abnehmbaren Deckel haben.

Software

Bei beiden unnötiger Mist.

TouchWiz Nature UX gegen HTC Sense 4. TouchWiz, Samsungs Benutzeroberfläche, fand ich schon immer besser als HTCs Sense. Das hat sich auch in der neuesten Iteration nicht geändert. Das helle, gelb-blaue Design von TouchWiz harmonisiert besser mit dem Standard-ICS-Theme, nach dem die Apps designt werden sollten, als das metallische, silber-grüne Sense. Während HTC versucht, das ganze Android umzuschreiben und seinem Look anzupassen, lässt Samsung an einzelnen Stellen das „wahre Android“ durchscheinen. Ein Beispiel dafür ist die App-Liste: Während HTC die Widgets komplett ausbaut und in ein anderes Menü einbaut, bleibt Samsung bei der grundlegenden Menüführung mit der Auswahlmöglichkeit links oben.

Doch wieso machen die Handy-Hersteller das überhaupt? Samsung will, dass man „Samsung“ denkt, wenn man seine Handys sieht, und eben nicht „Android“. Über diesen Gedankengang kann man streiten, aber nicht jetzt.

Das Galaxy S III ist „hochbegabt“

Ein weiterer Vorteil von TouchWiz über Sense sind die tausenden neuen Funktionen, die Samsung in das GS III eingebaut hat: Die nützlichsten davon sind „Smart Stay“, das nach Ablauf der Bildschirmbeleuchtungsdauer mithilfe der Frontkamera untersucht, ob man immer noch auf den Bildschirm schaut. Wenn ja, bleibt der Bildschirm an. Außerdem gibt es „Pop up play“, das Videos auf einem kleinen Fenster abspielt, während man auf dem Handy etwas anderes macht. Diese Funktion ist wegen der Beschränkung auf lokal gespeicherte Videos zwar momentan nur ein kleines Spielzeug, zeigt aber, was der Quad-Core-Prozessor alles kann.

Und da gibt es natürlich S Voice.

Im Video scheint S Voice im Vergleich zu Siri, deren Nützlichkeit ebenso umstritten ist, ja gar nicht so schlecht abzuschneiden, nicht?

Es ist mein Privileg, zu berichten, dass S Voice in der deutschen Ausführung absolut nutzlos ist, wie man im Screenshot links sehen kann.

Am Ende läuft jedoch alles auf Folgendes hinaus: Wer Android in Person kennenlernen möchte, der kaufe sich das Galaxy Nexus, das sogar wesentlich billiger ist. Ice Cream Sandwich ist wesentlich besser als TouchWiz. Und TouchWiz ist besser als Sense 4.

Performance

Mit „Der Quad-Core-Chip enttäuscht auf keinen der beiden Smartphones“ ist schon alles gesagt. Alles außer der Akkulaufzeit. Und da geben sich beide Quad-Core-Monster mit HD-Displays nicht viel. Aber mit beiden kommt man durch den Tag und das ist ja die Hauptsache.

Um die wahnsinnige Leistung der Prozessoren noch einmal zu untermauern, sind hier die Benchmark-Ergebnisse (höher ist besser):

Anrufe

Voice calls on the Galaxy S III were a revelation. Call clarity was noticeably superior to any phones I’ve used recently, conveying natural sound in both directions.

Dito. Aber ehrlich jetzt, wer benutzt sein Handy noch für Anrufe?

Zusammenfassung

Man kann mit beiden zufrieden sein

Der Spruch rechts ist eigentlich alles, was man wissen muss. HTC und Samsung haben beide ihre Hausaufgaben gemacht und das Galaxy S III ist nicht das große Desaster geworden, das viele erwartet hatten. Das Galaxy S III ist sogar (meiner Ansicht nach) der Gewinner im Vergleich mit dem One X.

Ich möchte das erläutern: In jedem Aspekt ist das GS III ein bisschen besser als das One X. Beim Prozessor, der Software, der Kamera, beim „Versteckten“… Das One X hatte bisher immer zwei immens wichtige Vorteile: Das Design und das Display. Während HTC immer noch das weltbeste Display hat, dominiert das gar nicht einmal so schlecht designte Galaxy S III die Ergonomie des Handys. Es läuft jetzt also darauf hinaus, ob man das schönere One X oder das angenehmere S III haben möchte. Je nachdem, was die Antwort auf diese Frage ist, ist die Antwort auf die Kaufentscheidung. Bei mir ist die Antwort Samsung Galaxy S III.

Nach dieser Antwort möchte ich noch auf zwei Punkte eingehen: Preis und Upgrades. Diesen Vergleich habe ich ohne die Beachtung des Preises gezogen. Aber man muss bedenken, dass das One X bis zu 100€ billiger ist, als das Galaxy S III. Dieser Fakt sollte die Entscheidung etwas vereinfachen. Außerdem gilt bei Android-Handys die Regel, dass man mit dem Handy, das man kauft, zufrieden sein sollte und nicht auf weitere Updates hoffen soll, denn diese kommen meistens nur sehr verzögert. Wem ein rechtzeitiges Update auf Android 5.0 wichtig ist, dem sei ein Nexus-Handy empfohlen, wobei HTC in Sachen Updates immerhin etwas transparenter ist als Samsung.

Das Galaxy S III ist absolut nicht fotogen

Mein Punkt ist, dass das Samsung Galaxy S III wesentlich besser ist, als man es von Fotos aus beurteilen kann. Daher ist es eine ebenso gute, oder sogar bessere, Alternative zum HTC One X.

7 Gedanken zu “Galaxy S III – One X

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s