HKX: Die Bahn bekommt Konkurrenz

Seit Montag pendelt der Hamburg-Köln-Express zwischen den beiden namensgebenden Großstädten und leitet damit eine neue Zeit des Fernverkehrs auf deutschen Schienen ein. Der privat betriebene HKX steht nämlich in direkter Konkurrenz zur Deutschen Bahn, ein Gegner, dem nur wenige trotzen können. So wird heute nur noch eine von ehemals drei InterConnex-Linien betrieben.

Der HKX fährt seit dem 23. Juli 2012 täglich einmal, und am Wochenende bis zu dreimal, zwischen Hamburg und Köln mit Zwischenhalten in Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Düsseldorf. Ein zusätzlicher Halt in der Region um Bremen ist im Gespräch. Dabei bietet der HKX Fahrkarten zum Schnäppchenpreis bei gleicher Fahrzeit:

Zu Beginn reichen die Ticketpreise für eine einfache Fahrt zwischen Hamburg und Köln von 20€ bis zu 60€, wobei bei einer Rückfahrkarte ein zehnprozentiger Rabatt geboten wird. Es wird mit vagen Preisen ab „Fünf Cent pro Kilometer“ geworben. Tickets können online unter hkx.de oder direkt im Zug erworben werden. Einen Verkauf im Bahnhof lässt die DB natürlich nicht zu. Im Preis inbegriffen ist eine Sitzplatzreservierung im Zug, der aus renovierten Erste-Klasse-Wagen des TEE Rheingold aus den 70er Jahren gebildet wird.

Dieses nostalgisches Erlebnis ist keine Absicht. Der HKX muss zum Start auf seine eigenen Wagen verzichten und stattdessen die geliehenen Rheingold-Wagen einsetzen, da die eigenen Wagen noch zur Erneuerung und Abnahme in der Werkstatt stehen. Wenn die ersten „echten“ HKX 2013 rollen, dann soll das Angebot ebenfalls auf drei tägliche Verbindungen in beide Richtungen ausgeweitet werden.

Dabei sollte der HKX eigentlich schon 2010 den Betrieb aufnehmen. HKX-Chefin Eva Kreienkamp weist die Schuld der Bahn zu: „Der Infrastrukturanbieter hat uns die Trassen leider nicht zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung gestellt.“ Doch die Bahn bestreitet dies. Diesen langen Atem musste vor allem der Hauptinvestor aus den USA beweisen: Die Railroad Development Corporation steckte bisher 16 Millionen Euro in den deutschen Fernzug, herausgesprungen ist bisher noch keiner.

Die hohen Trassenpreise der Bahn trüben den finanziellen Ausblick: „Es gibt viele Unwägbarkeiten. Alle Businesspläne sind bislang über den Haufen geworfen worden. Deswegen starten wir jetzt und schauen, dass HKX profitabel wird.“ Dieses Jahr wird ein Umsatz von bis zu drei Millionen Euro erwartet. Bei der Premierenfahrt von Hamburg nach Köln blieb der große Ansturm aus, die Menschen stehen eben nicht gerne um 6:30 Uhr auf. Doch auf der Rückfahrt waren in Köln schon 190 von 200 Sitzplätzen besetzt. „Wir rechnen zu Beginn mit 40- bis 50-prozentiger Auslastung der Züge. Mittelfristig wollen wir auf 70 bis 80 Prozent Auslastung kommen.“

Mittlerweile bahnt sich schon der erste Gerichtsstreit an: HLX, das Reiseportal, das den Markennamen von der ehemaligen Hapag-Lloyd-Express übernommen hat, droht mit rechtlichen Mitteln gegen den ähnlich klingende HKX. Ich würde auf eine Niederlage von HLX setzen.

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