Das neue „Wetten, dass..?“

Bild: Reuters

Wie schlug sich Markus Lanz bei der 200. „Wetten, dass..?“-Sendung? Ganz okay, aber verbesserungswürdig, meinen die Kritiker. Noch war Lanz sichtlich nervös und konnte die drei Stunden und zwölf Minuten nur mit einem Kraftakt bewältigen. An der Atmosphäre eines „Kindergeburtstages“ muss noch gearbeitet werden, indem zum Beispiel der Zeitplan aufgelockert wird. Hier sind die Meinungen der Kritiker:

Zweifellos ist auch Markus Lanz massentauglich: Zwar nicht auftrumpfend, nicht superschlau und auch nicht schillernd – aber ein blendend aussehender Mann mit dem eisernen Willen, nachdrücklich Gastgeberqualitäten auszustrahlen. Er verlangt sich dabei einiges ab: Es kostet Kraft, über drei Stunden lang die Zähne zusammen zu beißen und gleichzeitig zu lächeln.

Der Spiegel

Um eine Revolution des Formats war es Lanz auch nicht gegangen. Er hatte nie den Anspruch, seinen Vorgänger Gottschalk zu überbieten. Vielmehr wollte er zurück zum Wohlfühlfernsehen eines Frank Elstner. Das ist Lanz erstaunlicherweise gelungen, auch wenn es auch nicht unbedingt sein eigener Verdienst ist. Vielmehr entwickelten sich Wotan Wilke Möhring und auf seine knorzige Art sogar Karl Lagerfeld zu amüsanten Co-Moderatoren.

Die Zeit

Im entspannteren, gewitzten Mittelteil der Lanz’schen Feuertaufe war also das große Potenzial des zunächst gewöhnungsbedürftigen «Wetten, dass..?» 2.0 versteckt: Wenn der neue Gastgeber in seine Rolle ideal hineinwachsen kann, erwartet uns Zuschauer im nächsten Jahr eine Samstagabend-Show mit unterhaltsamen und längeren Gesprächen zwischen unterschiedlichsten Prominenten, mit intimerer Lagerfeuer-Atmosphäre und mit Wettkandidaten, die noch mehr als diesmal in die Sendung eingebunden werden. Und schließlich mit einem Moderator, der Gottschalks Altlasten komplett abgelegt hat und jede Sendung überraschend, etwas interaktiver mit Publikum und Wettkandidaten präsentiert.

Quotenmeter.de

Ich finde, dass die Sendung insbesondere in den Talk-Abschnitten noch verbesserungswürdig ist. Lanz schaffte es nicht, über die Sendung hinweg eine gemütliche Gesprächsatmosphäre zu erzeugen und kam meist über langweilige und unbedeutende Fragen nicht hinaus.

Wie die neue Sendung beim Publikum ankommt, kann sich noch nicht sagen. Doch immerhin haben sich gestern 13,62 Millionen Zuschauer ein Bild von der neuen Sendung gemacht, der zweitbeste Wert seit 2005. Der resultierende Marktanteil von 43,7% ließ „Das Supertalent“ weit hinter sich. Insbesondere bei den 14-49-Jährigen konnte die Sendung mit Markus Lanz zulegen: 4,85 Millionen Zuschauer erreichten einen hervorragenden Marktanteil von 39,2%. Langfristig peilt das ZDF mit der Sendung 8 Millionen Zuschauer an, ob die das nächste Mal noch zuschauen, wird sich zeigen.

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