★ Was habe ich verpasst?

Bild: heute.de am 20.12.12
Bild: heute.de am 20.12.12

Ich sagte es schon immer, aber keiner glaubt mir: „Heute.de ist informativer als Spiegel Online. Es beantwortet die Frage „Was habe ich verpasst?“ besser als Spiegel Online.“ Meist füge ich noch hinzu, dass ich damit die klaren Überschriften meine, die mir sofort zeigen, was in der Welt los ist. Für die Ungläubigen unter Euch ist hier ein direkter Vergleich.

Zuvor möchte ich noch klären, was ich genau zeigen will. Wer die beiden Seiten kennt, der weiß, dass sie im Konzept unterschiedlich sind:

Spiegel Online ist darauf aus, Artikel für jeden Leser in seinen Interessensgebieten zu liefern und besitzt somit eine sehr große Startseite mit vielen einzelnen Rubriken, die wiederum mit mehreren Artikeln vertreten sind. Wie ein Magazin eben.

Heute.de hingegen möchte mehr in das Tagesgeschehen eingehen und zeigt nur das Wichtigste. Das Wichtigste deckt zwar ein sehr breites Spektrum von Medizin bis Musik ab, besitzt aber stets Inhalte, die alle Leser interessieren könnten. Im Gegenzug werden die spezifischen Interessen nur durch Links zu den einzelnen Rubriken am Ende der Seite gedeckt. Wie eine Nachrichtensendung eben.

Was habe ich verpasst?

Aber auf diese Unterschiede bin ich überhaupt nicht aus. Was ich betrachten möchte, ist das Szenario, dass man zum Beispiel abends von der Arbeit kommt und wissen möchte, was man in den letzten Stunden verpasst hat. Ich finde, dass heute.de für diesen Zweck, die schnelle Information des Lesers, besser geeignet ist, als Spiegel Online.

Schauen wir uns einfach an, was beide Seiten am 20.12.2012 auf ihrer Startseite zu sagen haben:

Spiegel Online Screenshot

ZDF heute Screenshot pngWie wir wissen, fällt der Blick immer zuerst auf die Überschrift. Die Leitfrage: Was ist heute passiert?

Bei heute.de sieht man sofort, dass es eine neue Razzia bei der Deutschen Bank gab und der Telekom-Chef seinen Rücktritt angekündigt hat. Bei Spiegel Online sieht man, dass Fahnder in Kirchs Wohnung einen Fund gemacht haben und dass irgendjemand geht, wenn es am schönsten aussieht.

Da es bereits eine erste Razzia gab, bei der die Fahnder sehr wohl den Fund gemacht haben könnten, macht nichts darauf aufmerksam, dass eine zweite Razzia stattgefunden hat. Auch die zweite Überschrift kann alles bedeuten: Geht es um Germany’s Next Top Model oder um die Chefetage der Deutschen Telekom? Wer weiß.

Zum Glück klärt die Unter-Überschrift auf: Ah, es geht um die Telekom. Leider ist es bei den Razzien weniger klar – ein einziges Suffix weist darauf hin, dass es eine zweite Razzia gab: „Razzien“. Mehr Hinweise gibt es nicht, wenn man nicht im Kleingedruckten weiterliest.

Es stellt sich heraus, dass Spiegel Online jeweils im „Anhang“ der Titelstory den wahren Bericht anhängt. Denn der Link mit dem Namen „Kirch-Verfahren: Schon wieder Razzia bei der Deutschen Bank“ führt zu einem ganz anderen Artikel als der mit dem Titel „Fahnder sollen Zufallsfund zu Kirch gemacht haben“. Dies scheint in diesem Fall vielleicht offensichtlich, aber bei der Telekom nicht unbedingt: In beiden Links geht es um den Rücktritt des Telekom-Chefs.

Spiegel Online kommentiert, heute.de informiert.

Es stellt sich heraus, dass jeweils der zweite Link zum eigentlichen Nachrichten-Artikel führt, der über die Geschehnisse informiert. Der groß hervorgehobene Artikel hingegen ist weiterführend. Im Kirch-Fall berichtet der Artikel über die Folgen der Razzia und im Fall der Telekom ist es ein Kommentar über die Geschehnisse im Vorstand.

Die Artikel, die ich bei Spiegel Online also lesen soll, gehen davon aus, dass ich bereits weiß, was geschehen ist. Nur der zweite, kleine Link führt zu dem Artikel, der mich darüber informiert, was geschehen ist. Dies bedeutet, dass Spiegel Online mehr kommentiert, als informiert.

Das ist keine Kritik an Spiegel Online, sondern eine Kritik an den Lesern, die Spiegel Online zur Information nutzen, obwohl Spiegel Online nicht dafür gemacht ist. Genau so ist ein Leser bei heute.de fehl am Platz, wenn er Kommentare und Hintergründe erfahren möchte.

Für die Information, also in meinem Szenario, ist heute.de die bessere Wahl – und die Information ist die Grundlage, die ich brauche, bevor ich Spiegel Online besuchen kann. Wer mir nicht glaubt, kann sich selbst einmal für ein paar Stunden von der Außenwelt trennen und sich dann fragen: Was habe ich verpasst?

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