Dreamliner-Notlandung: Li-Ionen-Akkus Schuld?

Bild: REUTERS/Kyodo
Bild: REUTERS/Kyodo

Boeing hat ein Problem. Nach einer Reihe von Vorfällen in den letzten zwei Wochen, die von Lecks in Treibstofftanks bis zu Bränden reichten, musste heute zum ersten Mal ein Dreamliner notlanden. Die Bordcomputer warnten vor Problemen mit den Akkus; zeitgleich entwickelte sich im Cockpit ein Brandgeruch, schreibt The Aviation Herald. Die bereits zuvor aufgefallenen Akkus werden zu Boeings Alptraum.

Spiegel Online schreibt zu diesem Thema:

„Sie sind für Boeing sehr ernst“, sagt Kevin Hiatt, Präsident der Flight Safety Foundation. „Denn sie betreffen das Gesamtsystem des Dreamliners.“ Der Grund ist die Elektrik der Boeing 787. An Bord ist ein Batterietyp, der bislang noch nie an Bord eines Passagierflugzeuges eingesetzt wurde: Lithium-Ionen-Batterien, wie sie auch in Smartphones verwendet werden, nur viel größer. 30 Kilo wiegt ein Exemplar. Ihre Kapazität ist wesentlich größer als die der sonst in Flugzeugen verbauten Nickel-Cadmium-Batterien, die nur wenig feuergefährlich sind.

Im Falle jenes Brandes, der vergangene Woche eine 787 der Japan Airlines in Boston betraf, war es jene Batterie, die unterhalb des Frachtabteils hinter den Flügeln verstaut war. Bei der Notlandung am Mittwoch in Japan meldeten die Computer Rauch von der Energiezelle im vorderen Frachtraum – fast genau unterhalb der Pilotenkanzel.

Spiegel Online versucht, die Schuld auf die FAA zu schieben, welche den Dreamliner trotz dieser neuen und „hoch gefährlichen“ Akkus zugelassen hat. Die FAA schreibt lediglich in ihrem Bericht, dass „für die Hochleistungsbatterien keine adäquaten und anwendbaren Sicherheitsstandards“ bestehen, was faktisch korrekt ist. Daher wurde der Dreamliner vor der Zulassung zahlreichen Zusatztests unterzogen. Hätte die FAA Sicherheitsbedenken gehabt, hätten sie den Dreamliner nicht zugelassen.

Viel schockierender finde ich die Unterstellung, die FAA könne massivem Druck von Boeing nicht standhalten:

Im schlimmsten Falle entscheidet sich die FAA dazu, Lithium-Ionen-Batterien ganz aus dem Flugzeug zu verbannen. Doch das halten Luftfahrtexperten für unwahrscheinlich. Denn dann müsste Boeing den Dreamliner praktisch neu bauen.

Sollte die FAA in ihrer Untersuchung fest stellen, dass die Lithium-Ionen-Akkus in ihrem jetzigen Zustand unsicher sind, wird sie nicht davor zurückschrecken, ihn zu grounden. Boeing hat dann die Möglichkeit, sicherere zu entwickeln oder auf Alternativen umzusteigen. Dass Boeing den Dreamliner vollständig umkonzipieren müsste, ist keine Begründung dafür, dass die FAA die Lithium-Ionen-Akkus nicht verbieten würde.

Quelle: Spiegel Online

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s