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★ Richtig Googlen

Bild: The Verge
Bild: The Verge

Google ist eine leistungsstarke Suchmaschine. Allerdings wird dieses große Potential nur selten ausgenutzt. Beispiel: Ich suche nach meiner Kolumne über die südamerikanische Woche in unserer Mensa. „’südamerikanische Woche‘ site:farbfleck.wordpress.com“ ist der schnellste Weg, den Artikel zu finden. So googlet man richtig.

Die Google-Suche setzt sich aus zwei großen Teilen zusammen: Den Operatoren und dem Knowledge Graphen.

1. Knowledge Graph

Mit Google war es schon immer möglich, viele Sachen zu finden, aber es war nicht einfach. Es bedarf spezieller Suchbefehle, um die Suche möglichst genau einzugrenzen. In letzter Zeit versucht Google mit seinem Knowledge Graph und dem dazugehörigen Google Now, die Suchanfragen der Nutzer besser zu verstehen und schneller die richtigen Antworten zu liefern. Google soll einen nicht mehr nur zu anderen Seiten weiterleiten, sondern auch selbst Fragen beantworten können.

google wetter

Grafischer Taschenrechner
Grafischer Taschenrechner

So wird man bei der Suche Wetter in Stuttgart nicht mehr nur zu anderen Anbietern weitergeleitet, sondern erhält eine schöne Karte mit aktuellen Wetterinformationen. Ähnlich verhält es sich mit Anfragen wie Zeit in Tokio und 20 Meilen in km.

Hinzu kommt das Verständnis von „natürlicher Sprache“. Während früher eine Anfrage wie „Wo liegt Kuba?“ zu Yahoo! Answers gelinkt hätte, gibt Google heute eine große Google-Maps-Karte und Wikipedia-Artikel zu Kuba heraus.

Neu sind auch die Info-Boxen an der rechten Seite mancher Suchanfragen, die Informationen aus dem Knowledge Graph nutzen. So zeigt die Infobox bei der Suche nach Kuba die Flagge, die geografische Lage, einen kurzen Wikipedia-Auszug und einige Fakten wie die Hauptstadt, den Präsidenten und die Staatsform an. Sehr nützlich.

knowledge graph kuba

Google beginnt auch, nach und nach Fragen zu beantworten. Bei der Suche Alter Annette Schavan, erhält man als Ergebnis eine Karte mit der Antwort: 57 Jahre. Google ist nicht mehr „nur“ eine Suchmaschine, sondern auch eine kleine Enzyklopädie geworden. Früher wäre man von Google auf die Wikipedia-Seite mit dem passenden Geburtsdatum oder einem Nachrichten-Artikel, in dem zufällig ihr Alter erwähnt wird, geschickt worden. Der Knowledge Graph macht es noch einfacher, an Informationen zu kommen.

2. Operatoren

Für die richtig spezifischen Suchen braucht man aber immer noch das Wissen über die vielen versteckten Funktionen von Google: Die Operatoren. Google hat eine mehr oder weniger vollständige Liste der Suchoperatoren, unter denen einige ziemlich nützlich sind:

  • „Barack Obama“. Durch die Anführungzeichen wird die Suche auf Artikel begrenzt, die beide Wörter in genau dieser Konstellation beinhalten. Ein Artikel mit Barack Hussein Obama oder Michelle Obama würde also nicht in den Ergebnissen vorkommen.
  • Jaguar -Tier. Wenn man die britische Automarke meint, möchte man gerne die Ergebnisse über die Raubkatze herausfiltern. Dies funktioniert über den Minus-Operator, der alle Artikel, die das Wort Tier erwähnen, von den Ergebnissen ausschließt.
  • Eurokrise Spanien OR Griechenland. Der OR-Operator sucht in diesem Fall nach Seiten und Artikeln, die sowohl Spanien als auch Griechenland im Zusammenhang mit der Eurokrise erwähnen. Der Operator kann auch benutzt werden, wenn man sich bei Namen und Bezeichnungen nicht einig ist (Heilmittel HIV OR AIDS).
  • Die Kinder des *. Der Lückenfüller-Operator ist vergleichbar mit dem Zauberstab in Photoshop: Er wirkt Wunder. Wenn einem ein Wort in einer Redewendung, oder in diesem Fall ein Name eines Films entfallen ist, kann Google die Redewendung oder den Filmtitel vervollständigen. In diesem Fall fehlt Monsieur Mathieu.
  • Nokia site:theverge.com. Der site-Operator beschränkt die Suche auf eine bestimmte Seite und dient somit als alternative Suchmaschine, falls die seiteneigene Suchfunktion nicht weiterhilft (*hust* The Verge). In diesem Fall sucht Google nach allen Artikeln über Nokia, die von The Verge geschrieben wurden. Der site-Operator kann auch für Domain-Endungen angewendet werden. So liefert eine Suche mit der Einschränkung site:gov nur offizielle Seiten der Regierung.
  • -site:amazon.com. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit dieses mächtigen Operators ist das Blockieren von Seiten in den Suchergebnissen: Wenn man zum Beispiel nach Kopfhörern sucht, erhält man viele Ergebnisse von Amazon. Allerdings möchte man gerne die Wikipedia-Seite zur Funktionsweise von Kopfhörern finden. Da muss man nur „-site:amazon.com“ an die Suche anhängen und die Amazon-Ergebnisse verschwinden von den Ergebnissen.
  • iPhone 5 Handbuch filetype:pdf. Auf der Suche nach einer Bedienungsanleitung für ein bestimmtes Gerät? Mit dem filetype-Operator sucht Google nur nach Dokumenten des richtigen Datentyps (in diesem Fall PDFs) und liefert somit meistens nützliche Ergebnisse.

Die Kombination dieser Suchoperatoren machen Google sehr viel nützlicher und einfacher zu bedienen. Man kann sich das mühselige Durchforsten der Google-Ergebnisse sparen und einfach seine Anfrage konkretisieren, um genauere Ergebnisse zu erhalten.

google eurokrise

Alle, die diese kurze Einführung in die Welt von Google gelesen haben, sollten nie wieder gutefrage.net oder Yahoo! Answers als Suchergebnis erhalten, sonst macht man etwas falsch.

Wer mehr über die Google-Suche erfahren möchte, dem empfehle ich zwei Online-Kurse von Google names „Power Searching“ und „Advanced Power Searching“.

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