T-Mobile erobert Amerika – im Alleingang (Update)

Bild: The Verge
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Über ein Jahr ist es her, dass der größte Mobilfunkbetreiber der USA, AT&T, versuchte, die defizitäre Telekom-Tochter T-Mobile USA zu übernehmen. Dieser Versuch scheiterte unter anderem an Bedenken des Kartellamtes. Nun versucht der Außenseiter T-Mobile USA, den US-amerikanischen Mobilfunkmarkt zu revolutionieren.

Einem Bericht von TmoNews zufolge könnte T-Mobile bereits Ende März alle seine bisherigen Mobilfunkangebote ersetzen. Die bisherigen Zwei-Jahres-Verträge beinhalten sowohl die Kosten für die Smartphone-Nutzung, also Daten, Anrufe und SMS, als auch monatliche Fixkosten für Smartphone-Subventionen. Dadurch wird der Kaufpreis des Smartphones reduziert (ein iPhone 5 kostet beispielsweise $199). Die Kosten werden allerdings über zwei Jahre hinweg wieder refinanziert.

Das Problem bei diesem, in den USA üblichen, Geschäftsmodell: Will man nach den zwei Jahren sein bisheriges Handy behalten, zahlt man den Subventions-Aufschlag weiter, obwohl man selbst kein neues Handy gekauft hat. Ähnlich verhält es sich bei Smartphone-Käufen außerhalb T-Mobiles: Kauft man sich beispielsweise ein Nexus 4, welches über Google Play vertrieben wird und nicht von T-Mobile subventioniert wird, zahlt man dennoch die Subventionen – und spült den Netzbetreibern mächtig Geld in die Kasse.

T-Mobile ist für die Konkurrenz eine tickende Zeitbombe.

Stattdessen würde T-Mobile zu einem europäischen System wechseln, bei dem monatliche Raten für Handys von den Nutzungskosten getrennt sind. Für die Handynutzung könnte man dann, wie in Deutschland, einen Tarif mit Flatrates buchen. Der Kauf und die Finanzierung eines Smartphones über T-Mobile wäre dann optional. Wer weiterhin ein Smartphone bei T-Mobile kaufen möchte, kann dies tun: Entweder den kompletten Preis einmalig zahlen, oder aus einer Reihe von Ratenzahlungen auswählen. Dem Bericht zufolge soll jedes Smartphone für $99 oder weniger Anzahlung zu haben sein, wobei monatliche Aufschläge von bis zu $30 hinzukommen.

Mit dem neuen Geschäftsmodell von T-Mobile müssen sich die Amerikaner erst noch bekannt machen, aber am Ende des Tages profitieren die Kunden davon. Und das ist doch etwas Gutes, nicht?

Update: Es ist offiziell! T-Mobile USA will unser Freund werden. Ein einfaches Beispiel: Das iPhone 5 kostet bei T-Mobile vertragsfrei 99$ plus zweijährige 20$-Zahlungen. Das sind 579$ und ca. 70$ weniger, als man bei Apple selbst bezahlt. Dazu kann man eine SIM-Karte von T-Mobile kaufen, aber auch gleich mit dem iPhone weg rennen.

Bei T-Mobile kostet ein Tarif mit unbegrenzten Anrufen, SMS und LTE-Daten (ohne mobilen Hotspot und ohne Drosselung) bei einem Smartphone 70$ pro Monat. Über zwei Jahre sind dies 1680$. Mit dem iPhone 5 addiert sich dies auf 2259$.

AT&Ts Mobile Share Verträge kosten für ein Smartphone mit unbegrenzten Anrufen, SMS und 4 GB LTE-Daten (keine Drosselung, sondern zusätzliche Kosten nach 4 GB) beispielsweise 110$ pro Monat zuzüglich der einmaligen 199$ für das iPhone 5. Das kostet über zwei Jahre 2839$ mit begrenztem Datenvolumen.

Außerdem reduzieren sich nach der Abbezahlung des iPhone 5 nicht die monatlichen Kosten. Bei AT&T bleiben sie bei 110$ pro Monat, bei T-Mobile sinken sie von 90$ auf 70$ pro Monat, sofern man kein neues Smartphone kauft.

Quelle: TmoNews; Via: The Verge

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