★ Microsoft Surface RT Hands-On

Bild: Chillers Blog
Bild: Chillers Blog

Was für eine schöne Überraschung, als ich im Media Markt ein Microsoft Surface mit Windows RT gesehen habe. Das Surface ist ein neues Tablet von Microsoft, das als Halo-Tablet für Windows RT gilt. Mein erster Eindruck: Gute Arbeit von Microsoft. Und ja, der „Click“ beim Zusammenfügen der Tastatur und des Tablets ist wirklich so toll.

Hardware

Surface RT Hands-On

Elegant, frisch und robust. Toll.

Das Surface ist ein eleganter Klotz. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Es fühlt sich an wie ein Block mit schrägen Kanten, ohne große Rundungen. Das ist allerdings keine Kritik, sondern ein Lob an Microsoft: Das Design passt zum Metro-Stil und fühlt sich angenehm an. Das Gewicht ist gleichmäßig verteilt und die Dicke ist angemessen, um das Tablet fest in der Hand zu halten. Mehr kann ich nicht über das Magnesium-Chassis sagen: Microsoft hat eine solide Leistung erbracht und auch die kleinsten Details beachtet.

Surface Hands-On 2

Das Problem liegt im Konzept des Surface, nicht in der Umsetzung.

Und ja, das Surface hat einen Ständer. Im ausgeklappten Modus stellt es das Surface in einem Winkel von 22° auf. Hier liegt auch die Krux am Surface: Der Winkel ist fest. Dadurch wird das Surface sehr unflexibel. Microsoft hofft, mit den 22° einen guten Kompromiss gewählt zu haben, aber es bleibt ein Kompromiss. Mir war der Winkel etwas zu steil, vor allem weil ich von oben auf das Surface hinuntergeschaut habe. Das Surface RT ist ein Tablet, das man praktisch nur sitzend auf einem Schreibtisch benutzen kann: Im Schoß kippt das Tablet häufig um und wenn man vor dem Schreibtisch steht, fühlt sich der Blickwinkel einfach nicht richtig an.

Den falschen Winkel macht zum Teil das Display wieder gut: Die Blickwinkel des 10,6″-Bildschirms mit 1366*768 Auflösung sind fantastisch. Die Farben bleiben lebhaft und kontrastreich – auf allen vier Seiten. Ein kleiner Trost für den unangenehmen Blickwinkel.

Cover

Touch Cover 5Klick. Klick, Klick, Klick. Das Geräusch ist wirklich hypnotisierend: Laut und tief – professionell. Das Geräusch entsteht nicht etwa beim Tippen, sondern beim Verbinden des abnehmbaren Covers. Es gibt zwei verschiedene Cover in unterschiedlichen Farben: Das Type Cover besitzt eine echte, flache Tastatur zum Tippen und das Touch Cover besitzt einen Multitouch-Sensor unter den aufgemalten Tasten, der erkennt, welcher Buchstabe „angetippt“ wurde. Dadurch ist das Touch Cover erstaunlich dünn.

Touch Cover 2Ich habe das schwarze Touch Cover getestet. So blöd das Konzept virtueller Tastendrücke auch klingt – ich war wirklich beeindruckt, zumindest anfangs. Das fehlende Feedback der Tasten wird durch einen angenehmen Ton aus den Lautsprechern und einer angenehmen Oberfläche wett gemacht. Ich kann meine Hände im Vergleich zu anderen Tablet-Tastaturen problemlos auf dem Cover auflegen, ohne ungewollte Tastendrücke hervorzurufen. Ich könnte damit wunderbar leben, wenn das Tippen problemlos funktionieren würde.

Touch Cover 3Wie habe ich mich denn beim Tippen geschlagen? Ich habe schnell das kostenlos vorinstallierte Word 2013 geöffnet und losgetippt. Ergebnis: Überraschend gut: Meine ersten Tippversuche auf der relativ großen Tastatur wurden entgegen meiner Erwartungen problemlos erkannt – abgesehen vom fehlenden i und dem nicht erkannten Shift ganz am Ende. Die größte Umgewöhnung war tatsächlich, zwei Tasten gleichzeitig zu drücken, was ich von anderen Tablets nicht gewohnt war. Das Surface ist eben eine Mischung aus Laptop und Tablet.

Das Touch Cover würde mit besserer Software funktionieren.

Touch Cover 4Aber unerklärlicherweise wurde es mit der Zeit immer schlechter: Insbesondere die Anfangsbuchstaben eines Worts machen die größten Probleme. Außerdem scheint die Autokorrektur nicht für das Surface optimiert zu sein, sodass viele Fehler entstanden sind. Ich finde, dass das Konzept des Touch Covers selbst funktioniert, aber an der Software noch viel verbessert werden kann.

Software

Surface Lock ScreenDas Surface läuft auf dem Betriebssystem Windows RT, einer abgespeckten Windows-8-Version, welche nur die neuen Metro-Apps und das vorinstallierte Office 2013 abspielen kann. Kein Photoshop und Steam also. Das ist auch nicht weiter schlimm: Windows RT ist schließlich für Tablets und iPad-Konkurrenten gedacht. Allerdings kann der Windows Store momentan nicht mit dem App Store oder Google Play mithalten. Ob das Ökosystem weiter wächst, muss man abwarten.

In meiner kurzen Zeit konnte ich leider keine Apps testen, aber den Erfahrungen anderer Testberichte besitzt das Surface RT mit der Metro-Version von Internet Explorer 10 zwar einen hervorragenden Browser, aber noch nicht genug Apps, um mitzuhalten.

Die Performance in der Benutzer-Oberfläche hingegen war flüssig und problemlos. Lediglich sind die meisten Gesten für die Charms-Bar und andere Bedienelemente nicht offensichtlich, sodass man sich erst einmal mit Windows 8 und RT bekannt machen muss, um es effizient zu bedienen.

Mein größtes Problem war aber der Schriftzug auf dem Tisch: „Willkommen, Windows 8. So individuell wie Sie.“ Es gibt überhaupt keinen Hinweis darauf, dass das Surface eben nicht Windows 8 besitzt und somit keine Desktop-Programme verarbeiten kann. Microsoft selbst weiß offenbar nicht, wie es Windows RT vermarkten soll. Stattdessen verwirrt es nur die Kunden: „Wieso kann ich kein iTunes installieren?“

Fazit

Surface RT FazitDas Surface RT ist ein fantastisch gebautes Tablet, besitzt allerdings nur wenige Apps. Das Konzept selbst hat allerdings ein großes Manko: Der Anstellwinkel des Tablets ist nicht verstellbar, was das Tablet weniger flexibel macht. Das Touch Cover hingegen wäre fantastisch, wenn die Software besser wäre. Das Surface RT ist also ein vielversprechendes Tablet, welches aber nicht kompromisslos ist.

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