Unser April

Bild: Morio @ Wikimedia Commons
Bild: Morio @ Wikimedia Commons

Sind die Tage voll grau
und du weißt nicht genau
was soll das hier bedeuten?
Geh rangeln, geh rangeln
geh rangeln mit deinen Freunden
geh rangeln, geh rangeln
bis die Glocken läuten…

Auch Circus Halligalli ist am LGH angekommen. Nach vier stresslosen Abiturprüfungen (und einem Graecum) ist es Zeit zum Rangeln!

abitur bitte ruhe

Das schriftliche Abitur dieses Jahr war legendär. Schließlich war das erste Mal seit Monaten die 12. Klasse wieder vollzählig. Alle waren da, bis auf die letzte Person. Alle saßen still auf ihren quadratischen Tischen, mit einem Meter Abstand zum nächsten Mitschüler. Alle hatten eine kleine Pflanze und einen liebevollen Gruß der Siebtklässler vor sich. Alle konzentrierten sich auf das Papier vor ihnen, bis sie merkten, wie einfach die Aufgaben waren.

Doch das hielt uns nicht davon ab, auch in diesem Turnus einiges zu lernen. Wir lernten, wie man leise von seinem Tisch aufsteht (eine erleuchtende Erfahrung), wie man pünktlich kommt und wie leise Unterstüfler in den Pausen sein können.

Im Gegensatz dazu waren wir richtig laut: Abi! Abi! Abi! – Tur! Tur! Tur!

Doch für viele war nicht das Abitur der Höhepunkt des Turnusses, sondern der Känguru-Wettbewerb. Alle, die beim Mathe-Abitur unterfordert waren, begaben sich nach einer kurzen Mittagspause wieder in die Aula und absolvierten dort den kniffligen Multiple-Choice-Test. Michi zieht ein Resümée: „Deutlich schwerer als das Abi.“

the-word

Mitspracherecht. Der Schülerrat als demokratische Struktur bietet uns ein Mitspracherecht. Mit dem Schülerrat können wir die Schule gemeinsam weiterentwickeln. Doch dieses Mitspracherecht ist irgendwann auf der Strecke geblieben. Auf den Antrag, die morgendlichen Kontrollen wieder abzuschaffen, bekommen wir die Antwort: Bei den Mädchen wird es auch gemacht, also gebt Euch zufrieden. (Letzten Monat ist mir entgangen, dass auch Haus 11 von den Kontrollen betroffen ist.)

Das ist nicht das, was wir hören wollen. Würde man wirklich auf uns hören, würde man die Pflicht, zum Frühstück zu gehen, abschaffen. Oder wenigstens das Frühstück verlängern. Aber Kontrollen und Sanktionen einzuführen, ohne dass es der Schülerrat genehmigt hat oder es in der Campusordnung steht, spricht nicht für Demokratie und nicht für das heilige Mitspracherecht am LGH. Man hat nicht einmal den Mut gehabt, diese Kontrollen in der Vollversammlung anzukündigen. Stattdessen wurde uns dies in inoffiziellen Gesprächen innerhalb der WGs angekündigt. Es darf ja nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Bild: DPA
Bild: DPA

Auch die „Lösung aller Probleme“, die Schlichtungsrunde, zeigt überhaupt keine Wirkung. Weder wurde eine Runde zu diesem Thema angekündigt, noch haben vorige Runden irgendetwas bewirkt. Wo ist die Bar mit alkoholischen Getränken an den Wochenenden? Wann wird der Unterricht am Samstag um eine Stunde nach hinten verschoben? Wo ist der Mülleimer auf dem Weg zum Bäcker? Die Gesprächsrunde ist nichts weiter als eine gescriptete Talkshow, die den Eindruck vermittelt, dass wir irgendein Mitspracherecht hätten. Britt und Richter Alexander Hold wurden bereits abgesetzt. Wann ist die Schlichtungsrunde an der Reihe?

verteidige dein netz

In anderen, guten Nachrichten: Das Internet in Haus 25 läuft wieder. Auch die Umstellung der WLAN-Netzwerke zeigt Fortschritte. Bereits ein WLAN-Router hätte bereits das neue System adoptiert, schreibt das Netzwerkteam in einer feierlichen Mitteilung. Mit so einer hohen Akzeptanz hätten sie nie gerechnet, behauptet das Team stolz.

Abgereist – die Exkursionen des Monats: Die Klasse 10 bekam auch dieses Jahr wieder ihr BOGy-Praktikum aufgedrückt. Wer freut sich denn nicht über eine Woche weniger Schule? +++ Ein paar Schüler sind nach Tübingen gefahren, um ins Kino zu gehen. Aber wenigstens waren die Filme auf dem CineLatino/CineEspanol-Festival auf Spanisch. +++ Das ehemalige Trashtag-Team freute sich über ein Wochenende in Mecklemburg-Vorpommern. Was macht man dort? Hauptsächlich Mäxchen und Karten spielen. +++ Das Comenius-Projekt kommt nach zwei Jahren zu einem Ende. Zum Glück, denn Comenius ist stinklangweilig. So langweilig, dass man mitten im Satz einschlä……..

Liege Wiese LGH

Eigentlich hatte ich ja ein Bild mit einem Regenschirm und Frau Wagners Dreirad als Abschluss vorbereitet, aber das Wetter hat nicht gepasst. Das Wetter war gut genug für die Anschaffung neuer Liegestühle auf der Wiese. In dieser „Holzklasse“ kann man sich nun kostengünstig, nämlich kostenlos, sonnen und unterhalten.

Bild: Alex E. Proimos
Bild: Alex E. Proimos

Natürlich darf auch wieder eine neue Ausgabe der Ternie-Tales nicht fehlen. Ternie vertritt nämlich die Meinung, dass „Allgemeinbildung unwichtig“ sei und man „Aristoteles nicht kennen müsse“. Kein Wunder, dass Ternie nicht zwischen Homer aus den Simpsons und Homer, dem antiken Dichter, unterscheiden kann. Kein Wunder, dass Ternie denkt, „Law and Order“ würde „Recht und Bestellung“ heißen. Kein Wunder, dass er meint, laktosefreie Milch käme nicht von Kühen. Ternie hat uns mal wieder bewiesen, dass man es auch ohne Allgemeinbildung durch das Leben schafft!

Diese Kolumne entsteht in Zusammenarbeit mit „derfarbfleck„, dem Schülermagazin des LGH.

Zum Weiterlesen: Die komplette Unser-Monat-Kolumne

2 Gedanken zu “Unser April

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