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★ Google+ Hangouts: Viel Lärm um nichts

Bild: Google
Bild: Google

„Even Google’s own services have been fragmented and confused“, sagte Vic Gundotra auf der diesjährigen Google I/O über Googles verschiedenen Kommunikations-Dienste. „When we fill in all the boxes, we believe, finally, technology can just go away and people can focus on what makes them the happiest – and that’s just hanging out.“ Mit dem neuen „Hangouts“, ein Teil von Google+, möchte Google zurück in den Markt des Instant Messaging. „Hangouts“ ist ein großer Schritt für Google, aber dennoch unbeeindruckend.

In einer Reihe von Folien möchte Vic Gundotra beweisen, wie einschränkend unsere heutigen Kommunikations-Dienste sind: iMessage funktioniert nur mit iOS-Geräten und somit nur mit einem begrenztem Freundeskreis; WhatsApp funktioniert nur auf mobilen Geräten und Skype ist kompliziert. Google möchte „alle Kästchen füllen“ und einen allumfassenden Dienst auf den Markt bringen.

Fill in all the boxes.

Dabei vergisst Google, dass das 3×3-Gitter nur ein kleiner Ausschnitt aus einer großen Palette ist: Die Konkurrenz bietet deutlich mehr Funktionen als nur Text, Fotos und Videos. Es gibt deutlich mehr Betriebssysteme als nur Android, iOS und PC. Und das Wichtigste: Auch Hangouts Freundeskreis ist auf Google+ beschränkt und verglichen mit der Konkurrenz minimal. (Theorhetisch kann man mit allen Gmail-Kontakten chatten, allerdings sind die Chat-Anfragen im Menü versteckt, wenn sie von Personen kommen, die nicht in den eigenen Google-Plus-Kreisen sind.)

Google kommt also zu spät. Nicht einmal die Idee eines allumfassenden Dienstes ist neu: Facebook Messenger ist auf allen PCs, Handys und Tablets verfügbar und erfüllt ebenfalls   das 3×3-Gitter von Google. Google muss mit Hangouts ganz von vorne anfangen, obwohl Facebook bereits jetzt mehr Funktionen und eine größere Verbreitung aufweisen kann.

Wieso sollte man also von Facebook oder WhatsApp zu Hangouts wechseln? Hangouts ist voll von Kompromissen: Keine SMS-Integration, keine Windows-Phone-/Symbian-/S40-/Bada-Apps, keine mobile Seite für die anderen Betriebssysteme. Man kann keine Audio-Anrufe tätigen, keine Kontakte oder Standorte teilen. Hangouts füllt nicht alle Kästchen.

Hangouts: Keine Nutzer, nicht offen und zu spät.

Das Fazit ist düster: Keiner benutzt Google+, keiner benutzt Hangouts und es gibt auch keinen Grund, es zu benutzen. Entwickler können auch nicht eigene Hangout-Apps für andere Plattformen entwickeln, da Google sein Produkt abkapselt. Es gibt keine API, es basiert nicht auf einem offenen Standard und ist nicht open-source. Google+ Hangouts ist nicht einmal in dieser Hinsicht besser als seine Konkurrenten, obwohl es auf Google Talk, einem Pionieer des Jabber/XMPP-Standards, basiert.

Wir können uns nicht auf ein Chat-Protokoll einigen. Stattdessen ist Google stolz auf seine 800 selbst designten Emoji in Hangouts. Wir brauchen einheitliche Emoji, nicht unterschiedliche! Wir brauchen ein offenes Kommunikations-Protokoll, nicht noch einen weiteren Wettbewerber auf einem gesättigten Markt. Das ist die Welt, in der wir heute leben, in einem Bild:

Bild: Aaron Parecki
Bild: Aaron Parecki

2 Gedanken zu “★ Google+ Hangouts: Viel Lärm um nichts

  1. Sehr schön zusammengefasst. Aber eine Hoffnung bleibt noch:
    Eventuell wird Google noch Versionen für weitere Platformen nachreichen (Bada, Windows phone) und auch ene vernünftige Standalone-version herausbringen, die nicht den Chrome-Browser benötigt. Ich habe noch etwas Hoffung….. Man darf gesapnnt sein!

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