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★ Google+: Bringen Hangouts und Picasa endlich die Nutzer?

google plus feed screenshot
Bild: Das neue Google+ Design

Google+ ist technisch das bessere soziale Netzwerk. Aber es hat ein großes Problem: Ohne Nutzer ist es nutzlos. Viele haben zwar ein Google+-Profil, weil sie dazu gezwungen wurden. Aber die meisten gleichen Geisterstädten. Verlassen und einsam. Google möchte es noch ein Mal versuchen – mit einem großen Redesign und einer Konzentration auf Fotos und Hangouts.

Google+ startete vor zwei Jahren mit großer Fanfare. Der „Facebook-Killer“ wurde in den Medien hauptsächlich für das innovative Konzept der Freundekreise gepriesen. Mit diesen Kreisen kann man besser kontrollieren, was mit wem geteilt wird. Nicht jede Information muss mit jedem Freund geteilt werden. Google+ macht es einem einfach, seine Freunde zu sortieren. Doch das geht schlecht, wenn man keine Freunde auf Google+ hat.

Google+ hat alles, nur keine Menschen.

Eigentlich macht Google+ alles richtig: Flüssige und hübsche mobile Apps, ein modernes Design, keine Werbung im Feed und Fotos in hoher Qualität und voller Größe – alles Dinge, die Facebook nicht anbieten kann. Doch Google+ fehlen die Menschen.

Der einzige große Erfolg von Google+ ist Hangouts. Berühmt wurde der Video-Chat-Service durch die vielen Prominenten, die über Hangouts mit ihren Fans sprachen, darunter auch Barack und Michelle Obama. Hangouts kann man live in die Welt streamen; etwas, was man mit Skype selbst nicht machen kann.

Seitdem ich Google+ für Ingress nutze, habe ich angefangen, das Netzwerk zu schätzen. Man braucht andere Menschen, damit man sich in Google+ wohl fühlt. Um das zu erreichen, startet Google dieses Jahr einen zweiten Frontalangriff mit Hangouts und Fotos.

Google+ setzt auf Hangouts und Fotos.

Das neue Hangouts steht in direkter Konkurrenz zu Facebook Messenger, steckt aber noch in Kinderschuhen. Es ist nicht so ausgereift wie Facebook und noch lange nicht so verbreitet (es gibt noch keine mobile Seite, nur Android- und iOS-Apps). Wenn es eines Tages Freunde auf Google+ geben sollte, könnte Hangouts gewinnen. Facebooks Messenger verbraucht nämlich fast das Zehnfache an mobilen Daten wie WhatsApp und Co.

Um Menschen zu Google+ zu bringen, setzt Google alles auf Fotos. Google+ und der Vorgänger Picasa bieten schon länger an, Fotos in voller Größe hochzuladen, wie bei Flickr. Damit machte sich Google viele Freunde bei Fotografen, denn Facebook komprimiert alle Bilder auf minimalste Qualität:

google facebook bilder

Some memories are not meant to be downsized.

Neu dieses Jahr ist allerdings die Funktion „Auto-Enhance“ und „Highlights“. Mit Highlights sucht sich Googles Algorithmus aus einem großem Fotoalbum automatisch die besten Bilder aus. Dabei sucht Google gezielt nach Sehenswürdigkeiten und fröhliche Personen. Allerdings werden auch verschwommene, überbelichtete und doppelte Bilder aussortiert.

Mit Auto-Enhance versucht Googles Algorithmus automatisch, Bilder zu verbessern. Dabei werden rote Augen entfernt, beim Weißabgleich nachgeholfen, Rauschen unterdrückt und vieles mehr. Dies sind alles Funktionen, die moderne Bildbearbeitungsprogramme anbieten. Aber Google+ macht es automatisch. Manuelle Einstellungen sind leider nicht möglich. In meiner Erfahrung funktioniert Auto-Enhance aber wunderbar.

Google möchte also mit Fotos sein soziales Netzwerk aufwerten. Ob dadurch die Leute zu Google+ wechseln, wird sich zeigen. Aber wenn Google+ einmal aktive Nutzer hat, ist es ein wundervolles soziales Netzwerk ohne die vielen Facebook-Frustrationen.

2 Gedanken zu “★ Google+: Bringen Hangouts und Picasa endlich die Nutzer?

  1. Im moment kann man Google-hangouts scheinbar aus Gmail heraus benutzen, ohne einen Google+ Account zu haben.
    Ich hatte bei mir zum testen von Hangouts kurzfristig Google+ aktiviert, aber ganz schnell wieder gelöscht.
    Facebook höngt mir schon zum Hals raus, davon brauche ich nicht noch eine weitere Variante. Benutze FB nur, weil dort eben viele Leute sind. Nicht weil es gut ist.

    Hangouts könnte echt eine vernünftige Alternative zu Whatsapp werden, wenn der Google+-Zwang eben nicht wäre und es Tatsächlich mal Multi-Platform werden würde. ( Das Chrome-Plugin zählt nicht wirklich…. außerdem gibts ja auch noch Bada u. Windows Phone….). Und ein offenes Protokoll wär acuh sehr sinnvoll, dann würde es garantiert auch clients für obskure Systeme geben.

    Google, quo vadis? Was wird aus „don’t be evil“ ?

  2. Man kann Hangouts auch ohne G+ benutzen, allerdings muss man dann dem Kontakt eine Hangout-Anfrage schicken, die dann in einem versteckten Menü landen. Alternativ fügt man eine Gmail-Adresse seinen G+-Kreisen hinzu und kann Hangouts dann wie normal nutzen. Beide Methoden sind sehr umständlich…

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