★ Ein paar Gedanken zu WhatsApp

whatsapp verge headerWie mittlerweile wahrscheinlich jeder erfahren hat: Facebook lässt sich WhatsApp 19 Milliarden Dollar kosten. Das ist eine riesige Summe.

Wie erwartet, machen die Schlagzeilen der „Super-Wanze“ WhatsApp und „Datenkrake“ Facebook die Runde. Alle wollen mich plötzlich von denselben „WhatsApp-Alternativen“ überzeugen. Leute, beruhigt Euch. Lasst mich etwas klarstellen.

WhatsApp ist keine Datenkrake

WhatsApp hat kein Interesse an Euren Daten. WhatsApp hat ganze 32 Mitarbeiter für 450 Millionen aktive Nutzer. Sie können Eure Daten gar nicht verwerten. Sie verkaufen keine Werbung. WhatsApp hat nicht mal die Serverkapazitäten, um so viele Daten zu speichern (für 1$ pro Jahr kriegt man keine Serverfarm). Sie können mit Euren Daten also gar nichts anfangen.

Die einzige Möglichkeit ist, dass ein Dritter Daten aus dem WhatsApp-Netzwerk abgreift. Aber das geht genauso gut bei jeder anderen App. Die Geheimdienste gehen dorthin, wo die Nutzer sind. Ihr seid also nirgends sicher. Nicht bei Angry Birds, nicht bei WhatsApp, nicht bei Facebook. Ganz im Gegenteil: Durch Facebook bekommt WhatsApp mehr Rückendeckung gegen Geheimdienste etc. und wird endlich transparenter.

Wieso wollt Ihr jetzt überhaupt plötzlich zu Threema wechseln? WhatsApp war noch nie berühmt für eine gute Verschlüsselung – und Threema gab es schon ewig. Wenn Euch die ach-so-geheimen Chats wirklich wichtig sind, wärt Ihr schon längst gewechselt*. Wieso benutzt Ihr also WhatsApp, wieso bezahlt Ihr für WhatsApp, wenn es doch so viele kostenlose Alternativen gibt?

*Auf die Sicherheit von Threema möchte ich nicht eingehen. Threema ist closed-source. Niemand weiß, was da im Hintergrund vor sich geht.

WhatsApp ist ein fantastischer Dienst

Das ist die Wahrheit. WhatsApp hat sich ein einziges Ziel gesetzt: Schnell, zuverlässig und einfach. Keine Werbung, keine Spielchen, keine Gimmicks. Keine Sticker, keine Spiele, keine Extras. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Setzt Euch mal mit 32 Mitarbeitern hin und stellt einen zuverlässigen Nachrichtendienst mit über 99,9% Uptime hin, der 450 Millionen Nutzer verkraftet. Wieso hat WhatsApp die Silvesternacht problemlos überstanden, während die ganzen Mobilfunkbetreiber einer nach dem anderen in die Knie gingen?

Ganz einfach: WhatsApp’s Ingenieure Arbeiten Tag und Nacht daran, mit etwas Erlang-Code und einem XMPP-Server für einen einzigen Dollar pro Jahr einen verdammt zuverlässigen Dienst anzubieten. Glaubt Ihr, Facebook oder Gmail würden mit einem Dollar pro Jahr über die Runden kommen? Niemals.

Man kann sich leicht über WhatsApp beschweren. Dass das iOS-7-Redesign zu lange dauerte, dass WhatsApp zu wenige Funktionen hat, und so weiter. Aber vergesst nicht: Ihr bezahlt einen verdammten Dollar pro Jahr. Macht es Ihnen erstmal nach.

„There may be no greater testament to the viral nature of WhatsApp than the fact that the company has accomplished all this without investing a penny in marketing. Unlike their smaller competitors, it hasn’t spent anything on user acquisition. The company doesn’t even employ a marketer or PR person. Yet like the world’s greatest brands, it’s created a strong emotional connection with consumers. All of WhatsApp’s growth has come from happy customers encouraging their friends to try the service.“ – Sequoia Capital

WhatsApp wird gerne genutzt

Leute mögen WhatsApp. Sie benutzen es leidenschaftlich. Ich kenne niemanden, der Facebook leidenschaftlich benutzt. Facebook lässt sich diese Leidenschaft ein großes Vermögen kosten:

Bei WhatsApp wird sich erstmal nichts ändern

WhatsApp schreibt klipp und klar:

Here’s what will change for you, our users: nothing.
WhatsApp will remain autonomous and operate independently. You can continue to enjoy the service for a nominal fee. You can continue to use WhatsApp no matter where in the world you are, or what smartphone you’re using. And you can still count on absolutely no ads interrupting your communication. There would have been no partnership between our two companies if we had to compromise on the core principles that will always define our company, our vision and our product.

Das ist eine deutliches Statement. Nicht jede Organisation ist so transparent (*hust* Mozilla *hust*). Ich rechne es Ihnen hoch an.

Was hat Facebook Euch getan?

Leute, was hat Facebook Euch getan? Ihr seid freiwillig auf Facebook. Niemand zwingt Euch, Eure Fotos dort hochzuladen. Niemand zwingt Euch zu irgendetwas. Wieso hasst Ihr Facebook?

Gab es etwa ein großes PR-Debakel; ein großes Datenleck von dem ich nichts weiß? Facebook geht vergleichsweise verantwortungsvoll mit Euren Daten um, genauso wie Google. Das sind keine Idioten dort. Facebook ist nicht Adobe!

Facebook hat Euch nichts getan. Sie haben Ihr Versprochen gehalten und Instagram nicht zerstört. Sie werden auch WhatsApp nicht einfach zerstören.

Chillt einfach mal ein bisschen.

Ein Gedanke zu “★ Ein paar Gedanken zu WhatsApp

  1. Ein absolut treffender und hervorragender Kommentar!
    was ist mit deiner Begeisterung für “Hike”? :P

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