Surface Pro 3: Ein Tablet wird erwachsen

surface heroMicrosoft hat selbst gemerkt, was das größte Problem am Surface war: die Größe. Es war einfach zu klein. Das klingt jetzt sehr ironisch, da ich mich vor ein paar Wochen noch darüber beschwert habe, dass Smartphones zu groß sind – aber lasst mich erklären.

„Wie ein Laptop“: Microsoft hat das perfekte iPad Pro vorgestellt

Mit dem Original-Surface wollte Microsoft ein produktives Tablet anbieten und mit Photoshop und Office die Welt erobern. Das hat offensichtlich nicht geklappt. Jetzt läuft man in die andere Richtung: ein mobiles Ultrabook. Das gefällt mir.
War das Surface für mich bisher nur ein extrem teures, übermotorisiertes Tablet, das zudem noch dick und schwer war und den PC wegen des kleinen Bildschirms nicht ersetzen konnte, ist das neue Surface Pro 3 eine interessante Alternative zum Laptop.

Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Das Surface Pro 3 hat ein größeres, 12″-Display mit 2160*1440 Pixeln. Es ist aber nicht viel breiter, sondern hauptsächlich höher. Ein großes Plus!
  • Es ist auch mit dem berühmten Type Cover dünner und leichter als das 13″ MacBook Air, das übrigens gleich viel kostet (999€). Das unbeliebte Touch Cover wurde offenbar gleich gänzlich abgeschafft. Hier sieht man wieder, dass das Surface Pro 3 nicht als iPad-Konkurrent gedacht ist. Stattdessen möchte man das Tablet als drittes Gerät komplett abschaffen, schließlich kann man auch gleich das größere Surface unterwegs mitnehmen.
  • Das neue Surface ist nun deutlich flexibler als die Vorgänger. Der Bildschirm lässt sich bei jedem beliebigen Winkel stabil aufstellen, genau wie ein Laptop auch.
  • Auch durch eine neue Befestigung des Type Covers mit dem Surface soll es sich nun im Schoß wie ein Laptop anfühlen – stabil und miteinander vereint. Im Gegensatz zu den Yoga-artigen Ultrabooks lässt sich die Tastatur abnehmen und so zum Beispiel in der Küche platzsparend ein Film schauen. Außerdem muss der Professor nicht mehr vor einem Saal leuchtender Apfel-Logos referieren, denn das Surface kann man, wie ein Tablet, flach auf dem Tisch ablegen.

  • Das Alleinstellungsmerkmal ist weiterhin der mitgelieferte, druckempfindliche Stift, mit dem man „wie auf Papier“ schreiben oder zeichnen kann, ohne ungewünschte Eingabe durch die Handfläche. Das funktioniert wirklich sehr gut! So kann man leicht zu einer PDF Anmerkungen und mathematische Formeln hinzufügen, was ohne Stift und Touchscreen eine LaTeX-Qual ist. Oder man schreibt einfach ganze Vorlesungen mit und speichert die Notizen schließlich in OneNote. Für Studenten wirklich nützlich und interessant.

Natürlich ist auch das Surface Pro 3 nicht perfekt: Man könnte jetzt bemängeln, dass es als reines Tablet zu groß ist oder die Tablet-Apps fehlen. Doch das Ökosystem ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und die Möglichkeit, mehrere Apps nebeneinander zu öffnen, ist immer noch der Hammer. Auch die Tastatur und das Trackpad wurden verbessert und sind mittlerweile akzeptabel bis gut; einzig den etwas größeren Platzverbrauch durch den Ständer könnte man dem Surface-Konzept ankreiden.

Aber das Surface Pro 3 will auch kein Tablet mehr sein, sondern den Laptop ersetzen. Und das macht es wunderbar: Es ist günstiger als gleichwertige Windows-Ultrabooks mit Touchscreens, gleichzeitig dünner, leichter und durch die abnehmbare Tastatur flexibler. Gleichzeitig punktet es gegen das MacBook Air mit einen Touchscreen und Stifteingabe (ein Traum eines jeden Schülers), dazu ein höher auflösendes Display zum gleichen Preis in einem kleineren Chassis.

Surface ist aufgewachsen.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Microsoft mit dem Surface Pro 3 endlich verstanden hat, was für ein Produkt sie eigentlich verkaufen. Das Surface ist nicht mehr ein teures Accessoire zum Laptop, sondern hat endlich seine eigene Zielgruppe gefunden. Bemerkenswert ist, wie groß diese Zielgruppe ist. Auch ich könnte mir vorstellen, eines Tages ein Surface zu benutzen.

Das Surface Pro 3 ist ab Ende August in Deutschland erhältlich. Für 799€ gibt es das Surface Pro 3 mit einem Haswell Core i3 ULV Prozessor, für 999€ dann die Core-i5-Version. Ein Stift und ein Type Cover sollten im Lieferumfang enthalten sein.

The Verge: „Microsoft’s Surface Pro 3 is designed to destroy the laptop

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